Familiärer –Gencode– – Das Anlageverhalten hinterfragen und ändern

Familiärer –Gencode– – Das Anlageverhalten hinterfragen und ändern
Der Umgang einer Familie mit Geld prägt ganze Generationen.
 

Menschen entscheiden nur selten wirklich rational. Meistens handeln sie „aus dem Bauch heraus“. Das gilt auch für den Umgang mit Geld. Eine aktuelle Studie von Union Investment beleuchtet den Einfluss der Familie auf das Anlageverhalten. Die Studie wurde wissenschaftlich begleitet von Prof. Dr. Rolf von Lüde von der Universität Hamburg und Prof. Dr. Christian von Scheve von der Freien Universität Berlin. Ein zentrales Ergebnis lautet: Der Einzelne trifft seine Entscheidungen häufig auf der Grundlage familiärer Erfahrungen und Werte. Denn die Familie trägt einen großen Rucksack an Erfahrungswissen mit sich herum, das der Einzelne von zu Hause mit auf den Weg bekommen hat. Der familiäre Erfahrungsschatz prägt das Handeln maßgeblich, dient dem als Richtschnur, hindert aber häufig daran, bestmögliche Anlageentscheidungen zu treffen. Es sind vor allem Glaubenssätze, Rollenmuster und Emotionen, die diesen familiären „genetischen Code“ ausmachen. Da vieles unbewusst vermittelt wird, ist der Einfluss der Familie auf die Geldanlage für viele nicht einmal erkennbar.

Langlebige Verhaltensmuster

„Angenommen, die Eltern haben beim Börsencrash Anfang des Jahrtausends oder während der jüngsten Finanzkrise große Verluste erlitten. Dann hat sich bei ihnen möglicherweise die Einstellung ‚Aktien sind nur etwas für Zocker‘ durchgesetzt“, nennt Norbert Kerkhoff, Vorstandsmitglied bei der PSD Bank Westfalen-Lippe eG, ein Beispiel. „Ungeachtet der beachtlichen Kursanstiege in der Folge kann dies zu einem Glaubenssatz werden, den sie auch an ihre Kinder weitergeben. Im Umfeld historisch niedriger Zinsen hat sich die Rolle klassischer Anlageformen stark verändert, was sich früher bewährt hat, passt vielleicht heute nicht mehr in die Zeit.“ Kerkhoff benennt die Konsequenzen: „Die wenigsten Menschen hinterfragen ihre Prägung. Die Nachkommen im beschriebenen Fall werden wahrscheinlich nicht in Aktien oder andere renditeorientierte Anlagen investieren – obgleich es gute Gründe dafür gibt. Dadurch bleiben Anlagemuster über Generationen hinweg erhalten.“ Das Problem: Wenn sich solche Leitsätze von der konkreten Situation lösen und als allgemeingültig betrachtet werden, laufen die Menschen Gefahr, falsche Anlageentscheidungen zu treffen.

Der Handlungsdruck steigt

Kerkhoff betont, dass der Einzelne zunehmend gefordert sei. Die individuelle Verantwortung in Sachen Geldanlage steige – gerade etwa beim Thema Altersvorsorge. „Es geht darum, der Skepsis junger Erwachsener gegenüber dem Langzeitsparen zu begegnen“, sagt Kerkhoff und erläutert seine Beratungsstrategie zur immer wichtiger werdenden Finanzbildung: „Die Menschen müssen wissen, wie viele Erträge sie liegen lassen, wenn sie an klassischen Sparformen festhalten.“ Höher rentierliche Sparanlagen seien gerade bei der Altersvorsorge vorteilhaft. Mit Riester-Fondssparplänen, die auch in Aktien investieren, könnten Sparer langfristig von den Chancen der Kapitalmärkte profitieren. „Frühstarter haben natürlich einen Vorteil. Wer früh mit dem Riestern beginnt, zahlt bis zum Rentenalter mehr ein – und nimmt mehr staatliche Zulagen und eventuelle Steuervorteile mit. So kann das Geld über die Jahre noch besser arbeiten“, erklärt Kerkhoff weiter. Riestern ist auch wegen der garantierten Sicherheit attraktiv: Einzahlungen und staatliche Zulagen sind zum Beginn der Auszahlphase garantiert und können nicht verloren gehen. Neben den Chancen gibt es jedoch auch Risiken, wie zum Beispiel das Kursschwankungsrisiko. Kerkhoff rät Interessenten daher, sich in der PSD Bank individuell beraten zu lassen.