Etwa jeder siebte Beschäftigte in Vollzeit (14
Prozent) verbringt mehr als die Hälfte seiner Arbeitszeit im Freien.
Jedoch erhält nur rund jeder dritte Betroffene (39 Prozent) eine
regelmäßige Unterweisung über Gefährdungen durch die Sonnenstrahlung.
Diese und andere Ergebnisse der BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung
2018 enthält das jetzt von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und
Arbeitsmedizin (BAuA) veröffentlichte Faktenblatt „Arbeiten im Freien
– Beschäftige vor UV-Strahlung schützen“.
Rund 290.000 Menschen erkranken jährlich in Deutschland neu an
Hautkrebs. Die UV-Anteile der Sonnenstrahlung lösen dabei häufig
aktinische Keratosen und das Plattenepithelkarzinom aus. Diese Formen
des weißen Hautkrebses sind seit 2015 als Berufskrankheit anerkannt.
Bei der BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung 2018 gab etwa jeder siebte
in Vollzeit arbeitende Befragte (14 Prozent) an, mehr als die Hälfte
der Arbeitszeit im Freien zu verbringen. Sie arbeiten zumeist im
Baugewerbe (91 Prozent), dem Gartenbau und der Floristik (85 Prozent)
oder der Land- und Forstwirtschaft (81 Prozent). Jedoch liegt der
Anteil auch in Berufen wie beispielsweise Fahrern oder
Gebäudetechnikern bei rund 40 Prozent. Bei den Betroffenen handelt es
sich überwiegend um Männer (87 Prozent).
Die Beschäftigten sehen sich im Freien nicht nur der UV-Strahlung
der Sonne ausgesetzt. Rund zwei von drei Betroffenen (69 Prozent)
arbeiten auch häufig unter Hitze, Kälte, Feuchtigkeit und Zugluft.
Auch befinden sich Dreck und Schmutz sowie Rauch, Staub und Gase
häufiger in ihrer Arbeitsumgebung. Insgesamt berichten die viel im
Freien Arbeitenden häufiger über Reizungen der Haut (16 Prozent) als
andere Beschäftigte (11 Prozent).
Von den Erwerbstätigen, die überwiegend im Freien arbeiten, erhält
nur jeder etwa Dritte (39 Prozent) eine regelmäßige Unterweisung über
die Gefährdungen durch Sonnenstrahlung. Dabei finden in größeren
Betrieben, in der Bauwirtschaft sowie in Betrieben, die eine
Mitarbeitervertretung haben oder Maßnahmen der Gesundheitsförderung
durchführen, deutlich häufiger Unterweisungen statt.
Die Ergebnisse zeigen, dass es verschiedene Berufe gibt, in denen
Beschäftigte durch die Arbeit im Freien ein erhöhtes Hautkrebsrisiko
tragen. Rund 60 Prozent der Betroffenen erhalten keine regelmäßige
Unterweisung. Letztlich lassen sich die Risiken durch die UV-Anteile
der Sonnenstrahlung durch angepasste Schutzmaßnahmen und angepasstes
Verhalten verringern. Neben der Aufklärung der Beschäftigten durch
den Arbeitgeber gehören dazu Maßnahmen wie beispielsweise eine
ausreichende Verschattung der Arbeitsplätze oder das Tragen
angemessener Kleidung zum Sonnenschutz.
baua: Fakten „Arbeiten im Freien – Beschäftige vor UV-Strahlung
schützen“ gibt es als PDF im Internetangebot der BAuA unter
www.baua.de/dok/8819866.
Forschung für Arbeit und Gesundheit
Die BAuA ist eine Ressortforschungseinrichtung im Geschäftsbereich
des BMAS. Sie betreibt Forschung, berät die Politik und fördert den
Wissenstransfer im Themenfeld Sicherheit und Gesundheit bei der
Arbeit. Zudem erfüllt die Einrichtung hoheitliche Aufgaben im
Chemikalienrecht und bei der Produktsicherheit. An den Standorten
Dortmund, Berlin und Dresden sowie in der Außenstelle Chemnitz
arbeiten über 700 Beschäftigte. www.baua.de
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Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin
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