Factoring verbessert die Working-Capital-Quote

Entscheider in Unternehmen erkennen immer häufiger, dass Factoring mehr ist als nur reine Liquiditätsbeschaffung. Factoring führt auch zur Optimierung des Working Capital, also des im Beschaffungs-, Produktions- und Absatzprozess „arbeitenden“ Kapitals. Der Forderungsverkauf an einen Factoring-Partner, entweder im stillen oder im offenen Verfahren, trägt unmittelbar zur Erhöhung der Liquidität, zum schnellen Ausgleich von Verbindlichkeiten oder zu anstehenden Investitionen bei. In der Bilanz führt dies zur Bilanzverkürzung sowie Erhöhung der Eigenkapitalquote.
„Als Alternative zum klassischen Factoring nutzen Großabnehmer das Reverse-Factoring. Wir übernehmen als Factoring-Partner den 100%igen Ausgleich der Verbindlichkeiten. Damit verfügt der Lieferant über sofortige Liquidität und der Debitor kann einen Baustein des Working Capital verbessern“, so Thorsten König, Geschäftsführer der BNP Paribas Factor GmbH.
Ein effizientes Working-Capital-Management nutzt die beiden Stellschrauben „Forderungslaufzeit“ und „Kreditorenlaufzeit“ und verkürzt so die Kapitalbindungsdauer.

Die internationale Atradius-Studie zeigt, dass die durchschnittliche Forderungslaufzeit in Deutschland immerhin noch 43 Tage beträgt.2)
Diese Tatsache geht einher mit einer im internationalen Vergleich hohen Working-Capital-Quote (Working Capital im Verhältnis zum Umsatz) von 20% laut einer Studie von PWC. Daraus ergibt sich, dass noch relativ viel Kapital im Umlaufvermögen von deutschen Unternehmen gebunden ist. Das Reduzierungspotential beträgt insgesamt immerhin 180 Milliarden Euro. 3)
Weiterhin zeigt der REL Working Capital Survey, dass sich der Cash Conversion Cycle, der die zeitliche Periode zwischen Zahlungsausgängen und -eingängen darstellt, im Jahr 2014 in Europa um 5,5% (2,1 Tage) gegenüber Vorjahr und sogar um 18,5% gegenüber 2007 verbessert hat.4)
Dies kann durchaus als Zeichen eines Wandels zugunsten eines vorausschauenden Working-Capital-Managements gedeutet werden. Allerdings scheint es hier noch Unterschiede in Bezug auf die Unternehmensgröße zu geben. Laut einer Studie von Deloitte weisen Unternehmen mit einem Umsatz kleiner als 1 Milliarde Euro im Durchschnitt eine um 20 Tage höhere Kapitalbindung auf als Unternehmen mit mehr als 5 Milliarden Euro Umsatz. Auch hat die Liquiditätsausstattung einen unmittelbaren Einfluss auf das Management des Working Capital. Bei Unternehmen mit höherer Liquidität ist oft eine höhere Kapitalbindung im Nettoumlaufvermögen festzustellen. Entgegen dem Anspruch eines vorausschauenden Working-Capital-Managements werden Maßnahmen oft dann erst ergriffen, wenn Liquiditätsprobleme aufkommen oder eine erhöhte Verschuldung eintritt.5)
Abhilfe schaffen die betroffenen Unternehmen in diesem Fall häufig ausschließlich mit dem klassischen Bankkredit. Allerdings wird der Spielraum der Banken zur Kreditvergabe vor dem Hintergrund von Basel III weiter sinken, so die Vermutung der Branche. Weiterhin besteht das langfristige Risiko einer Zinssteigerung.
„Auch vor diesem Hintergrund ist angeraten, Working Capital als wichtigen Bestandteil der Unternehmensfinanzierung in der strategischen Unternehmensführung zu berücksichtigen“, so Thorsten König, Geschäftsführer der BNP Paribas Factor GmbH.

Welche Rolle das Finanzierungsinstrument Factoring dabei spielt und wie die Umsetzung im Unternehmen aussehen kann, stellen Dienstleister wie BNP Paribas Factor auf der Kongressmesse für Unternehmensfinanzierung „Structured Finance“ am 25. und 26. November 2015 im ICS Internationalen Congresscenter Stuttgart vor.

1) Deutscher Factoring Verband e.V.
2) Atradius Zahlungsbarometer: Internationale Studie zum B2B-Zahlungsverhalten, 2014
3) PWC-Studie: Global Working Capital Annual Review 2013
4) REL – Cash Flow Delivered, 2015 Europe Working Capital Survey
5) Deloitte, Working Capital – Flüssige Mittel und gebundenes Kapital, 2015