Evangelisches Johannesstift investiert eine halbe Million Euro für Kinder, die vor dem Hintergrund v

„Kinder leiden am stärksten unter der zunehmenden Armut von Familien“, darauf weist Pfarrer Martin von Essen, Vorsteher des Johannesstifts, hin. Und weiter: „Wir wissen, dass soziale Herkunft, Bildung, Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und soziale Aufstiegschancen sich gegenseitig bedingen. Kinder, die aus armen Verhältnissen stammen, deren Eltern arbeitslos sind oder zu den Geringverdienern zählen haben weniger Chancen, und es besteht eine weitaus größere Wahrscheinlichkeit, dass sie den Anschluss an einen geregelten Alltag verlieren. Die klassischen Zugänge zur Erlangung von Bildung über Schule, Spiel, Sport, familiäre Umgebung wurden zunehmend verschüttet.“

Das hat das Evangelische Johannesstift alarmiert. Der Vorstand hat beschlossen in den nächsten drei Jahren mindestens eine halbe Million Euro zu investieren, um Kindern, zu helfen, damit sie den Anschluss in Bildungsfragen nicht verlieren.

Spendenaufruf gestartet

Die Stiftung kann das Projekt nicht aus eigenen Kräften stemmen. Deshalb hat die Stiftung am Montag, den 10. März, für dieses Vorhaben einen Spendenaufruf gestartet. Rund 26 000 Menschen wurden angeschrieben, um dieses ehrgeizige Vorhaben zu unterstützen.

Gleichzeitig bittet die Stiftung Geschäftspartner und Unternehmen im Jubiläumsjahr (150 Jahre Evangelisches Johannesstift) der Stiftung auf Geschenke zu verzichten und stattdessen eine großzügige Spende für diese Arbeit bereit zu stellen

Das Spendenkonto lautet: 21 535 000 00 bei der Berliner Bank: 100 200 00

Wie soll geholfen werden

Wichtigster Partner für die Unterstützung werden Schulen sein. Sie haben täglich Umgang mit Kindern, die aus sozial schwachen Verhältnissen kommen. Sie können am besten einschätzen, welche Unterstützung notwendig ist.

Deshalb werden Partnerschaften mit Schulen angestrebt, die folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • Die Schulen befinden sich an Orten, die auf Grund ihrer Sozialdaten als besonders förderungswürdig angesehen werden
  • Die Schule ist bereit, sich aktiv an der Umsetzung des Projektes zu beteiligen
  • Erfüllt eine Schule diese Voraussetzungen werden gemeinsam mit der Schulleitung und Lehrern Ideen diskutiert, die an der Schule realisiert werden können. Zielgruppe sind hauptsächlich Kinder im Grundschulalter.

    Mittelfristig kommt auch eine Einzelförderung in den Blick. Dabei wird unter Einhaltung bestimmter Kriterien einzelnen Kindern und Familien direkt geholfen, wenn andere Förderinstrumente staatlicherseits nicht oder nicht ausreichend zur Verfügung stehen. Dabei geht es nicht um eine finanzielle Zuwendung an die Familie direkt sondern die Übernahme der entstehenden Kosten direkt. Das Projekt ermöglicht z.B.

  • die Mitgliedschaft in einem Sportverein,
  • erlernen eines Instrumentes an einer Musikschule,
  • neues Schulmaterial,
  • Unterstützung für die Teilnahme an Ausflügen oder Kinderfreizeiten.