Das Thema Sucht und Abhängigkeit im Management ist sehr delikat und wird in der Öffentlichkeit totgeschwiegen. Die Folgen für die Firma und auch die Mitarbeiter können dramatisch sein. Ganz selten dringt ein prominenter Fall an die Öffentlichkeit. Die Doppelmoral von Top Führungskräften ist ebenso ein Thema mit explosivem Zündstoff für Unternehmen und Top Manager in DAX Konzernen. Der Rücktritt von Bischöfin Käßmann wegen Alkohol am Steuer, aber auch der neuere Fall des HSV-Chef, der mit Alkohol am Steuer durch die Medien ging, beweist die Brisanz. Qualifizierte Coachs der European Coaching Association (ECA) begleiten Manager beim Erhalt ihrer Leistungsfähigkeit, so auch bei der Suchtprävention. Im Interview erklärt der Suchtexperte Bernhard Juchniewicz, warum gerade Bosse überraschend hilflos sind und Coaches damit zu kämpfen haben. Und warum Männer und Frauen unterschiedlich zu kämpfen haben. Informationen der European Coaching Association auch auf: http://www.european-coaching-association.de
European Coaching Association klärt Fragen zu Führungskräften mit Suchtproblemen
Warum braucht es ein besonderes Angebot für Führungskräfte mit Suchtproblemen?
Aufgrund ihrer Prominenz oder Stellung zögern Führungskräfte bei etablierten Hilfeangeboten. Denn sie fürchten, öffentlich bloßgestellt und „entmachtet“ zu werden. Schließlich sind sie diejenigen, die dafür verantwortlich sind, dass es den Mitarbeitern gut geht. Dass eine Führungskraft selbst in dieser Hinsicht einer Unterstützung bedarf, ist im System nicht vorgesehen. In Ermangelung eines gangbaren Wegs verschleppen viele ihre Probleme. Für einen Suchtmittelmissbrauch, der bei Früherkennung und vor einer chronischen Abhängigkeit wesentlich einfacher in den Griff zu bekommen ist, ist das fatal. Hilfe kann man sich bei der SOS ECA-Hotline suchen: http://www.european-coaching-association.de/view/eca-hotline-31.html
Stichwort zunehmender Stress und Burnout, Workaholics. Gibt es Zusammenhänge?
Ja. Aber nicht jeder, der wachsenden Leistungsdruck empfindet, kompensiert mit Suchtmitteln oder erleidet ein Burnout. Hier kommt es vor allem auf die Fähigkeit an, Stress konstruktiv und gesund abzubauen. Ist man allerdings einmal in der Spirale angelangt, in der man Stress und Überforderungssymptome mit Suchtmitteln kompensiert, ist es schwer, alleine einen Weg wieder hinaus zu finden. Scham und das Bemühen, das „Laster“ zu verbergen, belasten nicht nur die Leistungsfähigkeit am Arbeitsplatz, sondern auch familiäre Beziehungen und soziales Umfeld.
Gibt es einen Unterschied bei Frauen und Männern?
Wie bei den Männern ist auch bei den Frauen der Alkohol das am weitesten verbreitete Suchtmittel, allerdings weniger öffentlich als bei Männern. Frauen neigen zwar weniger zum Alkoholmissbrauch als Männer (Verhältnis ca. 2/3 zu 1/3), er findet bei ihnen aber oftmals nur im Verborgenen statt. Häufiger als bei Männern, stellt man bei Frauen einen Medikamentenmissbrauch fest. Das Thema Suchtmittelmissbrauch ist bei Frauen insgesamt stärker schambesetzt. Daher fallen sie weniger als gefährdet auf als Männer. Zudem haben Frauen in Führungspositionen scheinbar noch höheren Druck als ihre Kollegen bzw. einen höheren Leistungsanspruch an sich selbst. Da ist auch die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben erheblich mehr gestört, wenn diese Ansprüche auch noch auf das Familienleben übertragen werden.
Weitere Informationen unter:
http://www.european-coaching-association.de