Sicherere Autos, stärkere
Verkehrskontrollen, Airbags für Motorradfahrer: Der Straßenverkehr in
Europa soll weniger gefährlich werden. EU-Verkehrskommissar und
Kommissions-Vizepräsident Siim Kallas stellte dazu am Dienstag in
Brüssel eine Reihe von Initiativen vor. Die Kommission will damit die
Zahl der Verkehrstoten in den kommenden zehn Jahren halbieren. Trotz
erheblicher Fortschritte sterben auf Europas Straßen immer noch 100
Menschen täglich.
In den nächsten Jahren treten etliche neue Regelungen in Kraft:
Unter anderem werden Lkw und Busse verpflichtend mit Notbremssystemen
ausgestattet. Pkw- und Lkw-Insassen werden künftig per Warnsignal
aufgefordert, sich anzuschnallen. Für den Bau von Straßen, Tunnels
und anderer Infrastruktur gibt die EU nur noch Fördergelder, wenn
strenge Sicherheitsstandards eingehalten werden. Die Kommission
möchte dies möglichst auf alle EU-Finanzierungen ausdehnen.
Ein besonderes Augenmerk will die Kommission auf Motorräder und
andere Zweiräder legen: Die Unfallzahlen für Motorradfahrer sind
deutlich langsamer gesunken als für andere Fahrer. Die Kommission
plädiert unter anderem für automatische Einschalt-Systeme für
Motorradscheinwerfer und für bessere Bremssysteme. Er strebt auch
Normen für Schutzkleidung an und will unter anderem prüfen, inwieweit
sich Airbags in Motorradkleidung integrieren lassen.
Die Kommission appelliert zudem an die EU-Mitgliedsländer, die
Verkehrsregeln besser durchzusetzen und zu überwachen. Gerade das
Fahren unter Alkoholeinfluss solle nicht nur bestraft, sondern von
vornherein verhindert werden. So erwägt die Kommission, für Schulbus-
und andere Berufskraftfahrer verbindliche alkoholempfindliche
Wegfahrsperren („Alcolocks“) vorzuschlagen. Verbessert werden soll
auch die Qualität der Fahrschulausbildung.
Die Zahl der Verkehrstoten in Europa ist seit 2001 um
voraussichtlich mehr als 40 Prozent gesunken. In Deutschland kamen
2009 auf eine Million Einwohner 51 Verkehrstote, während es 2001 noch
85 Tote waren. „Trotz der Fortschritte ist die Zahl inakzeptabel“,
sagte Kallas. Laut einer am Dienstag veröffentlichten
Eurobarometer-Umfrage gelten betrunkene Autofahrer als das
gravierendste Problem im Straßenverkehr, gefolgt von Rasern und
Handy-Telefonieren ohne Freisprechanlage.
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