EU-Kommission beschließt neue Strategie zur Chancengleichheit / Für mehr Frauen in verantwortungsvollen Positionen

Mehr Frauen in verantwortliche
Positionen: Die EU-Kommission hat auch dafür heute eine neue
Strategie beschlossen. Kommissions-Vizepräsidentin Viviane Reding
schloss dabei auch eine Frauenquote für die Führungsetagen von
Unternehmen nicht aus. „In Anbetracht des Stillstands in diesem
Bereich sollten wir Initiativen auf europäischer Ebene nicht länger
ausschließen“, sagte Reding, die als Kommissarin für Justiz,
Grundrechte und Bürgerschaft zuständig ist. Reding will zunächst
Gespräche über eine Selbstregulierung der Unternehmen führen und dann
gegebenenfalls 2012 weitere Schritte auf EU-Ebene in die Wege leiten.

Reding stellte in Straßburg die neue Fünfjahresstrategie der
Kommission für mehr Chancengleichheit von Frauen und Männern in
Europa vor. Im Frühjahr 2011 möchte sich die Luxemburgerin mit den
Vorständen der größten börsennotierten europäischen Unternehmen an
einen Tisch setzen. „Vom Ergebnis dieses Dialog wird es abhängen, ob
sich 2012 weitere Initiativen als erforderlich erweisen“, so Reding.

Neben dem Frauenanteil in Führungspositionen will die Kommission
auch die allgemeine Beschäftigungsquote von Frauen steigern. Sie
möchte außerdem Frauen als Unternehmerinnen und Selbständige fördern.
Geplant ist außerdem ein „Europäischer Tag für gleiches Entgelt“, um
das Bewusstsein dafür zu schärfen, dass Frauen in der EU im
Durchschnitt nahezu 18 Prozent weniger verdienen als Männer.

Auch in Deutschland gibt es Verbesserungsbedarf. Deutschland
gehört beispielsweise zu den 14 EU-Staaten, in denen keiner der
führenden Konzerne („Blue Chip-Unternehmen“) eine Frau als
Vorstandsvorsitzende hat. Das Lohngefälle zwischen Frauen und Männern
liegt bei rund 23 Prozent (2008). Hinsichtlich der allgemeinen
Beschäftigungsquote von Frauen schneidet Deutschland im europäischen
Vergleich dagegen relativ gut ab.

Die Kommission will auch die Gewalt gegen Frauen bekämpfen. Laut
einer neuen Eurobarometer-Umfrage befürworten 87 Prozent der Europäer
Maßnahmen der EU gegen häusliche Gewalt. Ein Viertel der Befragten
gab an, Fälle von häuslicher Gewalt im eigenen Bekanntenkreis zu
kennen.

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