Es geht weiter bergauf, aber langsamer

München. Outdoor und Wandern sind weiterhin ein Massenphänomen in Deutschland. Doch nach Jahren mit teilweise zweistelligen Zuwachsraten scheint der große Boom vorbei zu sein. Wie aus einer aktuellen Outdoor-Studie der BBE Handelsberatung und marketmedia24 hervorgeht, ist 2010 der Umsatz in Deutschland auf rund 1,8 Mrd. Euro gestiegen. Das vorläufige Jahresergebnis für 2011 weist ein erneutes Umsatzplus von knapp 6 Prozent aus. BBE-Experte Dominik Nuss: „Die Branche hat in den vergangenen Jahren unglaubliche Zuwachsraten hingelegt und der Outdoor-Markt hat sich zu der tragenden Säule im Sportartikelbereich entwickelt.“ Zwar werde der deutsche Markt auch in diesem Jahr wachsen. Allerdings, so Nuss, ist der Höhenflug vorerst vorbei. „Es zeichnen sich erste Marktsättigungstendenzen ab.“

Laut der Studie von marketmedia24 und BBE Handelsberatung ist der Umsatz auf dem gesamten Outdoor-Markt zwischen 2006 und 2010 mit einem Plus von über 36 Prozent geradezu explodiert. Dabei gibt der Deutsche das meiste Geld für Bekleidung aus (54 Prozent). Es folgen Schuhe, Rucksäcke, Zelte und Schlafsäcke.

Der zunehmende Verdrängungswettbewerb, aber auch die ungünstigen Witterungsverhältnisse 2011 haben die exorbitanten Umsatzzuwächse der vergangenen Jahre etwas abgeschwächt. Nuss: „Sorgen machen der Branche vor allen Dingen die Kannibalisierung durch neue Multi-Channel-Strategien, neue Fachhandel-Discounter und die Monobrand-Stores der Hersteller.“ Um sich in einem immer mehr gesättigten Umfeld zu behaupten, müsse der Einzelhandel auf kompetente Sortimente, professionelle Kundenorientierung und emotionales Visual Merchandising setzen.

Die großen Trends auf der Handelsseite werden Erlebnisinszenierung, größere Verkaufsflächen und Multi-Channel-Konzepte im Vertrieb sein. Außerdem wird der Markt jünger. Nuss: „Das Luis-Trenker-Image mit Kniebundstrümpfen und Knickerbocker-Hose hat die Branche schon lange abgelegt. Der Kunde legt heutzutage verstärkt Wert auf die Optik. Aufregende Farben, körpernahe Schnitte und glatte Materialien sind gefragt. Die Outdoor-Marke ist zum Imageträger im urbanen Umfeld geworden.“

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