Am Erntedankfest, dieses Jahr am 3. Oktober, wird
traditionell die Wertschätzung für Getreide zum Ausdruck gebracht.
„2010 gibt es jedoch zwei große Wermutstropfen zur Ernte“, teilt
Manfred Weizbauer, Hauptgeschäftsführer des Verbandes Deutscher
Mühlen e. V. (VDM), mit: „Die schlechten Erntequalitäten der
Brotgetreidesorten Weizen und Roggen sowie die gestiegene
Nutzungskonkurrenz durch die Bioenergie.“ Doch beiden Entwicklungen
bieten die deutschen Mühlen Paroli.
Mühlen sichern „Erntedank“: Die diesjährige Getreideernte ist
hinsichtlich der Getreidequalität die schlechteste seit Jahrzehnten.
Selbst in Anbaugebieten für Qualitätsweizen wurde oft nur
Futterweizen geerntet. „Nur ein Drittel der diesjährigen
Getreideernte erreicht die vom Backgewerbe benötigten Qualitäten“,
resümiert Weizbauer. Dennoch dürften Bäcker und Verbraucher vom
gesunkenen Qualitätsniveau kaum etwas bemerken – die Mühlen
gewährleisten durch überregionale Käufe und technologische Prozesse,
dass Mahlerzeugnisse und Backwaren die gewohnten hohen Anforderungen
an Qualität und Lebensmittelsicherheit erfüllen.
Brotgetreide vs. Energiepflanzen – Nutzungskonkurrenz verschärft
Die Nutzungskonkurrenz zwischen Getreide für Nahrungsmittel und
zur Energieerzeugung hat sich angesichts der Erntesituation wieder
verschärft. Zum Jahresende 2010 werden bereits 18 Prozent der
gesamten Ackerfläche für den Anbau von Getreide zu Energiezwecken
benötigt. Diese besonders hochwertigen Böden in Deutschland sind dann
für mehrere Jahre dem Ernährungszweck entzogen. Die Diskussion
„Teller oder Tank“ ist nicht nur mit Blick auf die Ernährung der
steigenden Weltbevölkerung bei begrenzten Ressourcen zu führen. „Wir
sollten uns in Deutschland darüber im Klaren sein, dass die starke
Förderung des Anbaus von Energiepflanzen eine Konkurrenzsituation zur
Nahrungsversorgung schafft“, gibt Weizbauer zu bedenken.
Vom Feld auf den Teller: Mühlen und Mehl sind zentraler Teil der
Ernährungskette
600 deutsche Mühlen vermahlen Jahr für Jahr rund acht Millionen
Tonnen Weizen und Roggen. Ihre Mahlerzeugnisse – Mehl, Schrot, Kleie,
Vollkornprodukte – sind die Grundlage für die unerreichte Vielfalt
von Brot und Backwaren in Deutschland. Mit rund 6.000 Beschäftigten
erwirtschaften die Mühlen einen Jahresumsatz von nahezu zwei
Milliarden Euro. Der Verband Deutscher Mühlen (VDM) mit Sitz in Bonn
vertritt ihre Interessen.
Pressekontakt:
Verband Deutscher Mühlen e.V.
Hauptgeschäftsführer Manfred Weizbauer
Telefon: 0228/9761010
E-Mail: vdm@muehlen.org