Ergreifen Sie die Initiative

Vielleicht sollten wir an diesem Punkt verzweifelt den Kopf in den Sand stecken. Vielleicht sollten wir aber auch beginnen, genauer hinzuschauen. Vielleicht war nicht der Inhalt des Stellenmarktes das eigentliche Jobangebot, sondern die Druckfarbe an unseren Fingern.
Die Zeitung, die Tausende resignierende Arbeitssuchende tagtäglich lesen, muss schließlich auch gedruckt werden. Ebenso wie Zeitschriften, Bücher oder der neuste Katalog des Möbelhauses um die Ecke. Offset-Druckmaschinen werden dringend gebraucht, auch wenn die Zeitungsbranche derzeit in einer Krise steckt. Was spricht dagegen, genau hier mit der Jobsuche zu beginnen?

Koenig & Bauer AG

Der Standort der Koenig & Bauer Group in Würzburg ist häufig auf der Suche nach Modellbaumeistern, Elektronikmonteuren oder Systemadministratoren und bietet derzeit schon rund 1900 Menschen einen Arbeitsplatz. Die Stellenausschreibungen im Internet sind übersichtlich nach Bereichen und Standorten gegliedert und das online bereitgestellte Bewerbungsformular ist professionell angelegt und lässt keine Unklarheiten aufkommen. Gefordert werden Anschrieben, Lebenslauf, Beurteilungen und Informationen zur persönlichen Qualifikation sowie die grobe Gehaltsvorstellung. Auch Informationen zur traditionsreichen Aktiengesellschaft als solcher lassen sich der Homepage problemlos entnehmen, was das Anhäufen von Background-Wissen für das erste Bewerbungsgespräch sicherlich enorm erleichtert.

Doch weiter in Ihrem Tagesablauf. Die Zeitung war also doch nicht so nutzlos wie gedacht? Sie verlassen Ihre Wohnung, setzen sich ins Auto und drehen die Klimaanlage auf. Natürlich stand es wieder den ganzen Vormittag in der Sonne und im Innenraum herrschen tropische Temperaturen. Sehen Sie es als Stellenangebot mit allen Sinnen.

Brose Fahrzeugteile GmbH & Co. KG

Bei der ebenfalls in Würzburg ansässigen Brose Fahrzeugteile GmbH & Co. KG finden sich vielfältige und äußerst breit gefächerte Möglichkeiten für Arbeitssuchende. Vom Einkauf, über die Entwicklung, bis hin zum Vertrieb werden hier zahlreiche technikaffine Mitarbeiter gesucht. Zudem ist Brose ein international agierendes Unternehmen und de facto gibt es auch im Managementbereich stets Möglichkeiten, sich beruflich weiterzuentwickeln.
Auch Initiativbewerbungen werden laut Homepage-Text gerne gesehen. Vor allem, wie es heißt, bei Bewerbern mit „einschlägigen Erfahrungen in der Automobilindustrie“ oder jenen, die ihr „ingenieurwissenschaftliches bzw. kaufmännisches Studium überdurchschnittlich gut abgeschlossen haben“.
Für das Ausfüllen des Bewerbungsformulars werden bei Borse etwa zehn Minuten veranschlagt. Es gilt, einen Online-Fragebogen mit typischer „weiter“- und „zurück“-Mechanik zu bearbeiten, wobei jedoch kein Zwischenspeichern möglich ist, was jeden interessierten Bewerber dazu veranlassen sollte, sich bereits im Voraus alle wichtigen Dokumente bereitzulegen. Anschreiben und Lebenslauf sind gefordert, ebenso wie optional ein Foto und Zeugnisse.
Wen diese Vorlagen abschrecken, der sei beruhigt. Denn auch für Praktikanten, Schüler sowie Studenten, sind bei Brose die Türen offen.
Die Homepage schlägt mit Trendbegriffen wie „Umwelt“, „Unternehmenskultur“ und „Corporate Design“ um sich. Was vielleicht auf den ersten Blick wie eine BWL-Vorlesung aus dem ersten Semester anmutet, bringt jedoch eine sehr übersichtliche Struktur mit sich und macht es für jeden Bewerber zum Kinderspiel, die Ansprüche und Schwerpunkte des Unternehmens zu identifizieren.

Endlich in Ihrem nun wohltemperierten Auto beim Möbelhaus Ihres Vertrauens angekommen, würden Sie am liebsten sofort wieder umkehren, weil die Liebste schon drei Stunden in der Tassen- und Vasen-Abteilung zubringt oder der Lebensgefährte sich nicht von der neusten Technik der Regal-Aufhängung losreißen kann? Nutzen Sie die Zeit! Auch hier werden Mitarbeiter gebraucht.

XXXL Neubert

Ob Aushilfe oder Abteilungsleiter: Mit 850 Beschäftigten bietet das Möbelhaus in Würzburg dort Arbeit, wo sie die wenigsten erwarten. Wer auf die Homepage klickt, sucht häufig ausschließlich nach Tischen, Betten und Einrichtungsideen. Dementsprechend versteckt ist auch das Wort „Jobs“ am unteren Bildrand.
Wer nach Arbeit in Würzburg sucht, muss hier mit dem Oberbegriff „Süddeutschland“ vorlieb nehmen, doch dafür sind die Anforderungen an die Bewerber umso detaillierter und klarer formuliert. Mit einer Profilbeschreibung und einer transparenten Angabe dessen, was die Stelle zu bieten hat, wird hier innerhalb von Minuten ersichtlich, ob es sich lohnt, Anschreiben, Lebenslauf und Zeugnissen einzusenden. Ein vorgegebenes Formular findet man hier nicht, was vielen entgegenkommen wird, die sich nicht mit banalem „Kästchen-Ausfüllen“ anfreunden können.

Als Sie letztlich auf den Parkplatz des Möbelhauses treten, nach einem Tag voller Hochs und Tiefs, wollen Sie eigentlich nur noch Ihre wohlverdiente Ruhe. Doch schon rollt der nächste nerven-raubende Faktor an. Ein Mann im flauschigen Küken-Kostüm, der Ihnen einen Flyer in die Hand drückt.
Ich will Sie nicht dazu bewegen, sich als flauschiges Küken zu verkleiden. Ich will Sie nicht davon abhalten, flyer-verteilenden Menschen eine Abfuhr zu erteilen. Aber auch Flyer müssen produziert werden und flyeralarm hat heute schon 1300 Mitarbeiter in Würzburg. Schon mal über eine Bewerbung nachgedacht? Als Social Media Manager? Oder Finanzbuchhalter? Nein?

Um es kurz zu machen: Job-Ideen finden Sie überall. Im Universitätsklinikum, bei der Stadt oder bei der Sparkasse. Warten Sie nicht darauf, dass Stellen in der Zeitung ausgeschrieben werden. Würzburg hat genug große Arbeitgeber, bei denen gerade sicherlich genau die Stelle frei wird, die Sie suchen.

Weitere Informationen unter:
http://www.jobs-wuerzburg.de