Die Universalbanken gliedern sich in drei große Gruppen: die privaten Geschäftsbanken, auf die etwa 30 Prozent des Gesamtvolumens entfallen, die öffentlich-rechtlichen Kreditinstitute mit einem Anteil von etwa der Hälfte und die genossenschaftlichen Kreditinstitute (Volksbanken und Raiffeisenbanken) mit einem Anteil von ungefähr einem Fünftel.
Die privaten Geschäftsbanken nehmen in der Abwicklung von Zahlungen im Rahmen des Außenhandels und des Kapitalverkehrs mit dem Ausland eine überragende Stellung ein. „Sie dienen zugleich vielen Wirtschaftsunternehmen als Hausbanken und spielen bei der Emission neuer Wertpapiere eine führende Rolle. Sie führen die Wertpapierdepots von Millionen Kunden, kümmern sich um den Einzug fälliger Dividenden und Zinsen sowie üben das Bezugsrechten und Stimmrecht im Auftrag des Kunden“, erläutert Herr Ulrich Bock die Zusammenhänge. Die größten und kapitalstarksten Banken der Welt in dieser Gruppe sind die Deutsche Bank AG, die Dresdner Bank AG und die Commerzbank AG. Von großer Bedeutung ist ferner die Bank für Gemeinwirtschaft (BfG), deren Stammkapital sich im Besitz der Gewerkschaften und der Konsumgenossenschaften befindet.
Bankenlandschaft: Private Geschäftsbanken
Im Kreis der rund 240 privaten Geschäftsbanken nehmen die Bayerische Hypotheken- und Wechselbank, die Bayerische Vereinsbank und die Norddeutsche Hypotheken- und Wechselbank eine Sonderstellung ein. Sie sind im Realkreditgeschäft tätig, vergeben also langfristige Kredite, die durch Grundpfandrechte gesichert sind. Zur Refinanzierung dieser langfristigen Kredite sind diese drei Institute im Gegensatz zu den übrigen privaten Geschäftsbanken mit dem Recht ausgestattet, Pfandbriefe und Kommunalobligationen auszugeben.
Die Gruppe der Privatbankiers umfasst einige Dutzend Banken, die in der Rechtsform des Einzelkaufmanns oder einer Personengesellschaft betrieben werden. Privatbankiers pflegen nicht nur das Wertpapiergeschäft, Industriefinanzierungen und die Vermögensverwaltung, sondern übernehmen auch Nachlassregelungen und sind im Immobiliengeschäft engagiert.
Frankfurt am Main, ähnlich wie auch Zürich, hat sich nach dem zweiten Weltkrieg zum führenden Bankplatz und damit zur Finanzmetropole entwickelt. Hier haben mehr als 200 ausländische Kreditinstitute Vertretungen eingerichtet. Im internationalen Finanzgeschäft haben auch Luxemburg, die Bahamas, Panama, Tokio, Hongkong und Bahrein neben den klassischen Finanzplätzen wie London und New York einen markanten Aufschwung erfahren.
V.i.s.d.P.:
Ulrich Bock
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