„Wir müssen uns wieder öffentlich zum Christsein
bekennen“, das hat Maria Flachsbarth, Kirchenbeauftragte der CDU-CSU
Bundestagsfraktion, von den Laien in Deutschland gefordert. Neben
einer innerkirchlichen Strukturdebatte gehe es in der Bundesrepublik
vor allem um Remissionierung und Reevangelisierung, sagte
Flachsbarth. Christen seien „gerufen und berufen“, sich für ihre
Kirche einzusetzen. „Engagiert in Kirche und Gesellschaft“, lautete
der Titel der Podiumsveranstaltung in der Vertretung des Landes
Rheinland-Pfalz am 9. November 2010 in Berlin, bei der Vertreter aus
Politik und Kirche auf Einladung von Adveniat und dem Bistum Speyer
zusammenkamen, um über das Engagement von Laien in Deutschland und in
Lateinamerika zu sprechen.
„Meine Hoffnung ist, wenn wir nach Lateinamerika blicken, dass wir
hier wieder viel mehr Mut entwickeln“, betonte Hans Joachim Meyer,
Staatsminister a. D. und ehemaliger Vorsitzender des Zentralkomitees
der Deutschen Katholiken. Was die Menschen in Lateinamerika zeigten,
das sei „die befreiende Wirkung des Evangeliums“ – obwohl sie sich
durch ihr Bekenntnis zum Christentum und das daraus erwachsende
soziale und politische Engagement oftmals in Lebensgefahr begäben.
Die Kirche in Deutschland müsse nach vorne schauen und sich der neuen
Gesellschaft stellen, sagte Meyer. Grundvoraussetzung dafür sei die
ausnahmslose Umsetzung der Forderungen des Zweiten Vatikanischen
Konzils.
Die Kirche in Deutschland stehe vor neuen Herausforderungen, sagte
Adveniat-Geschäftsführer Prälat Bernd Klaschka, „wir müssen uns
fragen, wie Kirche vor Ort bleiben kann.“ Das betonte auch der
Speyerer Weihbischof Otto Georgens: „Wir dürfen lokale Identität
nicht platt machen. Wir brauchen Basisgemeinden in Deutschland.“ Dies
sei nur durch eine Stärkung der Arbeit der Laien möglich. „Dieses
Engagement muss wachsen dürfen“, sagte Georgens. Ein gutes Beispiel
dafür seien die „Delegados de la Palabra“, die
Wort-Gottes-Dienst-Leiter. Allein in Honduras, einem kleinen Land mit
sieben Millionen Einwohnern, gebe es heute rund 17.000 von ihnen.
„Ohne ihre tatkräftige Mitarbeit wäre dort kirchliches Leben ärmer.
Das hat auch Auswirkungen auf die Gesellschaft“, sagte Georgens. Eine
Stärkung der Laien, insbesondere der Frauen, forderte auch
Grünenpolitikerin und Staatsministerin a. D. Christa Nickels. Ohne
das Engagement der Frauen gäbe es in Deutschland keine Kirche mehr.
Zudem müsse sich die Kirche in der Bundesrepublik konsequenter den
Herausforderungen der säkularen Gesellschaft stellen, sagte Nickels.
Die gestrige Podiumsdiskussion war der politische Auftakt zur
Adveniat-Aktion 2010, die am 28. November in Speyer eröffnet wird.
„Ihr werdet meine Zeugen sein“, lautet das Thema der bundesweiten
Kampagne. Im Mittelpunkt steht das Engagement der Laien in Kirche und
Gesellschaft Lateinamerikas, insbesondere in den Ländern Honduras, El
Salvador und Brasilien. Darüber hinaus möchte Adveniat zum Austausch
mit Gemeinden in Deutschland einladen: Wie können Laien in
Deutschland und Lateinamerika voneinander lernen? Wo gibt es
Gemeinsamkeiten? Welchen Schwierigkeiten und Ermutigungen begegnen
sie bei ihrer Arbeit?
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