Warum ist Employer Branding heutzutage für Unternehmen wichtig?
Employer Branding ist eine gesamtstrategische Lösung und leistet viel für den Unternehmenserfolg, sowohl intern als auch extern: Es schafft Wettbewerbsvorteile bei der Mitarbeitergewinnung und der Mitarbeiterbindung, der Unternehmenskultur, der Leistungsbereitschaft sowie beim Unternehmensimage und reduziert dadurch Kosten. Weiterhin erhöht strategisches Employer Branding die Identifikation der Mitarbeiter mit den Unternehmenszielen. Und dies steht wiederum in direktem Zusammenhang mit der Verbesserung der Kundenzufriedenheit sowie der Umsatzsteigerung. Kurzum: Die Vorteile liegen auf der Hand. Wir von Dr. Maier + Partner merken zusehends, dass das Bewusstsein und der Bedarf für Employer Branding wächst – und zwar nicht nur in Konzernen, sondern insbesondere auch im Mittelstand und in kleinen Unternehmen. Und das Thema wird in den kommenden Jahren noch weiter an Bedeutung gewinnen.
Was betreiben KMUs in dieser Richtung?
Employer Branding wird oft mit Personalmarketing gleichgesetzt. Beim Employer Branding geht es jedoch vielmehr darum, eine langfristige Positionierungsstrategie als Arbeitgeber zu definieren. Personalmarketingmaßnahmen wie Recruiting-Kampagnen dienen nur punktuell der Gewinnung von Mitarbeitern.
Wenn Unternehmen dieses Thema angehen, stehen zunächst essentielle Fragen im Raum: Wer sind wir als Arbeitgeber? Was macht uns besonders? Wie unterscheiden wir uns vom Wettbewerb? All diese Fragen können mithilfe von Mitarbeiterbefragungen und Workshops beantwortet und in der Employer Value Proposition (EVP) – dem Alleinstellungsmerkmal als Arbeitgeber – verdichtet werden. Diese EVP ist die strategische Basis und wird nun in die Kommunikation nach innen und außen übersetzt. Extern optimieren die Unternehmen optisch und textlich ihre Karrierewebsiten mit Insights: So berichten bspw. Mitarbeiter als Markenbotschafter, was das Besondere daran ist, bei Unternehmen XY zu arbeiten. Und auch in den passenden Social-Media-Kanälen präsentiert man sich als Top Arbeitgeber – gemäß dem Motto: „Tue Gutes und rede darüber“. Auch die Teilnahme an Arbeitgeberrankings ist für einige Unternehmen von großer Bedeutung: Diese neutralen Gütesiegel unterstreichen nochmals die Qualität der Arbeitgebermarke. Breit anlegte Image-/Recruitingkampagnen verschaffen charmant Vorteile auf dem eng umkämpften Recruitingmarkt.
Weiterhin ist eine positive Candidate Experience von enormer Wichtigkeit. Hierunter fallen alle Erfahrungen, die ein potenzieller Kandidat im Verlauf des Bewerbungsprozesse sammelt: von übersichtlichen, ansprechenden Stellenanzeigen über einfache Bewerbungsmöglichkeiten (Mobile Recruiting) und die zeitnahe Kommunikation im Bewerbungsprozess bis hin zum wertschätzenden Interview – all das strahlt nachhaltig auf die Arbeitgebermarke aus.
Welche Fehler sollte man vermeiden?
Den größten Fehler, den Unternehmen im Employer Branding Prozess machen können, ist nicht authentisch zu sein und Dinge zu versprechen, die man nicht halten kann. Sich als jemanden zu verkaufen, der man nicht ist, wird nicht lange gut gehen. Spätestens auf Arbeitgeberbewertungsplattformen wie kununu erhält der Arbeitgeber mit negativen Bewertungen dafür die entsprechende Quittung.
Auch allgemeingütige, auswechselbare Aussagen in der Arbeitgeberkommunikation sind tabu, ebenso wie copy und paste von der Konkurrenz: Ob tolle Karrieremöglichkeiten oder Work-Life-Balance – das sind Schlagwörter, die nahezu auf jeder Karrierewebsite zu lesen sind. Es ist von enormer Bedeutung, diese Aussagen konkret zu machen. Welche Karriere- und Weiterentwicklungsmöglichkeiten erwarten mich wirklich als Mitarbeiter (Coachings, Trainings, etc.)? Wie gestaltet sich tatsächlich Work-Life-Balance (Home Office, Kinderbetreuung, Betriebssport)?
Ein weiterer elementarer Fehler, ist die Verortung des Employer Brandings im Unternehmen selbst: Es ist kein temporäres Projekt, das auf Sachbearbeiterebene kurzfristig realisiert wird und mit dem Eingang von Bewerbungen beendet ist. Es ist ein langfristiger, strategischer Prozess, der von der Geschäftsführung in enger Zusammenarbeit mit dem Personal- und Marketingbereich getragen wird. Schließlich geht es um das Selbstverständnis als Arbeitgeber, um Werte und um eine positive Unternehmenskultur.
Hier schließt sich gleich ein weiterer, oft gemachter Fehler an: Die eigenen Mitarbeiter werden vernachlässigt und man tritt ausschließlich extern als attraktiver Arbeitgeber auf. Das kommt in der eigenen Belegschaft nicht gut an.
Wie wichtig ist der eigene Mitarbeiter bei dem Thema?
Extrem wichtig. Gemäß dem Motto „Nur ein zufriedener Mitarbeiter, ist ein guter Mitarbeiter“ muss ein Arbeitgeber nach innen eine entsprechende Kultur aufbauen und pflegen. Dazu gehört beispielsweise eine wertschätzende Personalführung, eine positive Unternehmenskultur und ein attraktives Arbeitsumfeld. Das Ergebnis: Eine gesteigerte Identifikation mit dem Arbeitgeber (Wir-Gefühl) verbunden mit einer höheren Produktivität, weniger Fluktuation und einem niedrigen Krankenstand. Mitarbeiter sind also die besten Multiplikatoren.
Was unternehmen Sie, dass diese Schlagworte mit Inhalt gefüllt werden?
In intensiven Gesprächen und Workshops begleiten wir von Dr. Maier + Partner Personalmarekting GmbH unsere Kunden in diesem Veränderungsprozess und helfen dabei, den Rohdiamant zu schleifen. Bei vielen Unternehmen sind bereits gute Ansätze vorhanden. In enger Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen überprüfen wir diese, entwickeln sie weiter und definieren individuell kurz-, mittel- und langfristige Maßnahmen.
Oftmals haben KMUs die Befürchtung mit den Großen im Hinblick auf das Thema Employer Branding nicht mithalten zu können. Das müssen sie auch nicht. Es kommt vielmehr darauf an, sich auf seine Stärken (als Arbeitgeber) zu besinnen und diese authentisch zu kommunizieren. Und es geht darum, Aussagen und Werte, konkret zu machen.