Ein neues Weltverständnis und ein modernes Menschenbild

Ein neues Weltverständnis und ein modernes Menschenbild
 

Als Antwort auf die weltweiten Krisen sehen wir das Bemühen, eine globale, wirtschaftsliberale Weltordnung zu begründen. Sie soll die Interessen ihrer Mitglieder und die ökologischen Notwendigkeiten zum Erhalt der planetaren Grundlagen in Übereinstimmung bringen.
Dagegen regt sich Widerstand, denn die sogenannte Globalisierung geht einher mit der schrittweisen Beschneidung regionaler und lokaler Entscheidungsfreiheit. Die kulturelle Vielfalt wird bedroht und die Menschen fordern ihr Recht auf Freiheit ein.
Was wie ein politscher Konflikt oder ein Meinungsstreit aussieht, ist tatsächlich Ausdruck der natürlichen Weltordnung. In der Physik zeigt sich dies durch die beiden Fundamentaltheorien, die Quanten- und die Relativitätsphysik.
Die Quantenphysik legt das Augenmerk auf die Beziehung der Einzelobjekte untereinander. Sie beschreibt damit die innere Struktur einer umfassenden Einheit. Somit rechtfertigt sie die Grundthese der Globalisierung.
Die Relativitätsphysik hingegen rechtfertigt den subjektiven Standpunkt: Es gibt keinen Blickwinkel auf die Welt, der anderen vorberechtigt wäre. Alle Standpunkte sind vollkommen gleichberechtigt, denn die Welt sieht überall anders aus.
Wir sehen: Die Menschheit ist augenblicklich mit einer sehr elementaren Situation konfrontiert. Beide Positionen – die Globalisierung und die Freiheit – haben ihre Berechtigung, scheinen sich jedoch gegenseitig auszuschließen. Diese scheinbaren Gegensätze haben in der natürlichen Weltordnung einen ergänzenden Charakter. Das gilt es zu beachten! Ein Weltverständnis, das auf Entweder-oder-Kategorien aufbaut, hilft darum nicht weiter. Aber auch mit einem humanistischen Menschenbild und Moralappellen wie „den anderen doch auch gelten zu lassen“ ist es hier nicht getan. Darum sind ein neues Weltverständnis und ein modernes Menschenbild so dringend notwendig.
Im seinem Buch „Weltformel Seele – Quantensprung der Evolution“ schlägt Ronald Kahle darum als zentrale Wertorientierung eine seelenbewusste Lebenshaltung vor. Damit ist weder psychoreligiöse Träumerei noch egozentrische Maximierung gemeint, was ja wieder Spielarten des o. g. polaren Weltverständnisses wären. Vielmehr geht es darum, wahrhaft Mensch zu werden.
Den relativitätsphysikalischen Aspekt der Subjektivität, oder Freiheit, haben wir zur Genüge ausgebildet. Wir sehen uns ja als Individuum in eine Welt äußerer Dinge gestellt. Hier sind wir sehr bewusst. Dieses Menschenbild prägt unser Bewusstsein.
Anders sieht es mit dem quantenphysikalischen Aspekt der globalen, ja sogar universellen wechselseitigen Einflussnahme aus. Diese Komponenten liegen größtenteils im Unbewussten. Über Gefühle, Ahnungen, Intuitionen, Instinkte u. ä. nehmen sie Einfluss auf unser Handlungsleben – bis hin zu Kurzschlusshandlungen.
Und dann ist da das so unbestimmte Sehnen nach Harmonie, Liebe und heile Welt. Nein, das ist keine Romantik; das ist Erinnerung an etwas Verlorenes, das uns in diesen Momenten anrührt. Sicher, die Psychologie verweist hier auf Kindheitserlebnisse. Doch dahinter steht die Realität der Welteinheit, die Verbundenheit mit allem. Sie klopft an, wenn unser Herz brennt, will wieder bewusst werden und unser Weltverständnis vertiefen.
Stellen Sie sich vor: Sie können zurück, zurück zur verlorenen Einheit!
Dazu stehen wir zwischen den Polaritäten. Wir brauchen unsere Freiheit nicht aufgeben, sind aber gerufen, sie im Sinne der natürlichen Weltordnung zu gebrauchen. Die Freiheit soll vollkommen werden. Das kann sie aber nur, wenn wir unseren Egoismus überwinden. Vollkommene Freiheit ist allein in der Liebe. Egoismus schließt Liebe aus. Aber wie gesagt: Mit Moralappellen kommen wir hier nicht weiter.
Niemand ist mit Freude egoistisch.
Wenn wir unseren Egoismen darum einmal wirklich auf den Grund gehen, dann werden wir in den meisten Fällen Ängste und Sorgen dahinter finden. Wir handeln als Getriebene, sind unfrei, nicht Herr unserer selbst. Blicken wir noch tiefer, dann verstehen wir unsere Ängste und Sorgen als das Produkt unausgereifter Vorstellungen, die unser Weltverständnis und Menschenbild prägen. Hier gilt es aufzuräumen mit infantilen Ansprüchen, unhinterfragt übernommenen Meinungen und überholten Denkmustern.
Hier alles an seinen Platz zu stellen, kann von einem reifen, aufgeklärten Menschen erwartet werden. Das Ergebnis muss dann noch nicht der vollen Wahrheit entsprechen – und das wird es auch nicht. Es ist damit aber eine tragfähige Grundlage geschaffen, von der aus wirklich positiv mit den Anforderungen des Lebens umgegangen werden kann. Denn das Leben – als verbindendes Band der großen, umfassenden Einheit der Natur – zielt auf eine eigenverantwortliche, stets zunehmende Vernetzung von Innen- und Außenwelt. Es ist damit der treibende Faktor einer Selbstorganisation der natürlichen Weltordnung. Diese führt von einem unbewussten oder schlafenden atomaren Sein über ein erwachendes pflanzliches und bewusstes tierisches hin zum selbstverantworteten, selbstschöpferischen, wahrhaft menschlichen Sein. In dem Buch „Weltformel Seele – Quantensprung der Evolution“ werden zunächst die Grundlagen für ein neues Weltverständnis und ein modernes Menschenbild dargelegt und anschließend die für den heutigen Menschen anstehenden Lebensaufgaben entwickelt.

Ronald Kahle
Weltformel Seele – Quantensprung der Evolution
Sachbuch, populärwissenschaftlich
Tredition, Hamburg

1. Auflage, 2015, 428 Seiten
ISBN 978-3-7323-1185-9
EUR 19,95
Auch als Hardcover und e-Book.
https://tredition.de/publish-books/?books/ID42153/Weltformel-Seele