Ein Jahr bis zum Brexit

Ein Jahr bis zum Brexit
© Maxwell-Scott
 

Am 29. März sind es noch genau 12 Monate, bis Großbritannien aus der EU ausscheidet und der sogenannte Brexit in Kraft tritt. Mit bisher unklaren Regulationen und undurchsichtigen Handelsbedingungen hat die Umstellung bereits jetzt großen Einfluss auf britische Unternehmen und deren Handelsbeziehungen mit Europa. Das britische Luxuslabel Maxwell-Scott, welches unter anderem in Deutschland, Österreich und Frankreich tätig ist, hat jetzt eine erste Bilanz zum Brexit gezogen. Dabei wird klar, dass sowohl die Geschäfte seit dem Referendum als auch die Zukunftsplanung deutlich vom Brexit beeinflusst sind.

William Forshaw, CEO und Gründer von Maxwell-Scott bereitet sich seit dem Referendum auf gleich mehrere negative Konsequenzen vor. Seit der Bekanntgabe der Brexit Entscheidung hat das Unternehmen verstärkt Beziehungen mit Handelspartner und Online-Marktplätzen in Europa aufgebaut. “In Zeiten unklarer Handelsabkommen und einer möglichen Abgrenzung Großbritanniens versuchen wir ganz bewusst, einen engeren Kontakt zu unseren europäischen Partnern aufzubauen und zu pflegen”, bekräftigt Forshaw. Zu diesen Bemühungen zählt auch, dass vermehrt Warenhaus Lagerbestand in den europäischen Hauptzielmärkten angelegt wird, um mögliche kommende Ausfuhr- und Einfuhrzölle zu umgehen.

Auch beim Kontakt mit Kunden aus Deutschland, Österreich und anderen europäischen Ländern wird vermehrt auf offene Gespräche gesetzt, um eventuelle Unsicherheiten der Kunden auszuräumen. Diese Strategie scheint aufzugehen, denn obwohl die Brexit Entscheidung einige Kunden in Sorge versetzt hat, so sprechen die Verkaufszahlen der Fashionmarke doch für sich. Seit dem Referendum und mithilfe der neuen Strategie konnte das Unternehmen seine Verkäufe in Europa um 50% steigern und trotz drohendem Brexit neue Kunden gewinnen. Trotzdem wird hinter den Kulissen bereits jetzt an einer kundenfreundlichen Entscheidung gearbeitet, falls es zu erhöhten Steuern und Zöllen im nächsten Jahr kommen sollte. William Forshaw und sein Team planen ein Rundumsorglospaket, bei dem das Unternehmen für alle anfallenden Steuern und Zölle aufkommt.

Nichtsdestotrotz bereitet der EU-Austritt Maxwell-Scott bereits jetzt bei der Suche nach europäischen Mitarbeitern enorme Probleme. Marketing Managerin Julia Munder erklärt: “Es ist, als ob nach dem Referendum plötzlich ein Hahn zugedreht wurde. Europäische Mitarbeiter mit Marketing oder E-Commerce Kenntnissen wollen nicht mehr nach Großbritannien kommen, da es hier für Europäer einfach im Moment zu unsicher und instabil ist. Das beeinflusst die Entwicklung unseres Unternehmens enorm!” Im Moment beschäftigt das Unternehmen zwei deutsche Mitarbeiter, die einer ungewissen Zukunft entgegenblicken. Genau deshalb hat Maxwell-Scott bereits jetzt bei der britischen Regierung eine Sponsorenlizenz für Visa Anträge beantragt, um im Ernstfall schnell reagieren zu können.