Martin Bensen, Social Media Experte und Redaktuer beim SWR, erklärte den Journalistik-Studenten welche Rolle Social Media im öffentlich-rechtlichen Fernsehen spielt.
Bensen ist vor allem für den Auftritt der „Landesschau aktuell“ auf Facebook und Twitter zuständig. Mit rund 1300 Fans ist die Facebook-Seite noch ausbaufähig: „Wir sind sehr spät eingestiegen“, gesteht er. Anders sieht es bei Twitter aus: Rund 15 Tausend Follower verbucht die „Landesschau aktuell“. „Die öffentliche Diskussion findet in sozialen Netzwerken statt, dabei ist gerade Twitter die Hauptebene“, erklärte Bensen.
Für das Medium Fernsehen bietet Social Media eine Erweiterung, eine Möglichkeit auch andere Zielgruppen anzusprechen. Abgelöst wird es aber keineswegs: „Das Fernsehen hat immer noch den Lagerfeuer-Effekt. Man sitzt zusammen und schaut sich den Tatort im Fernsehen an und twittert nebenbei.“ Redaktionen, wie die der Süddeutschen Zeitung, sind für Bensen Vorbilder im Online-Bereich. Sie ist stark ausgebaut und besetzt. Am Geld mangelt es dem SWR wahrscheinlich nicht den eigenen Online-Bereich weiter auszubauen – Viel mehr an den starren Strukturen. „Wären wir privat, wären wir schon längst umstrukturiert. Aber wir versuchen uns freizuschwimmen“, sagte Bensen. Neue Projekte sollen vor allem auch ein jüngeres Publikum generieren.
Er nannte aber auch die Gefahren, die mit Social Media einhergehen: Die sozialen Netzwerke machen Kritik öffentlich, somit wird gegen einzelne Reporter oder den gesamten SWR gezielt Stimmung auf eigenen Seiten gemacht. Die Beziehung „Empfänger-Sender“ ist viel schneller und direkter.
Neue Entwicklungen im Bereich Social Media verfolgt Bensen gespannt. Stets überlegt er, ob zum Beispiel Plattformen wie Periscope und Instagram dem SWR neue Möglichkeiten bieten könnten.
Social Media beim SWR? Martin Bensen zeigte, dass das zusammen passt, allerdings mit Grenzen: „Social Media muss zu dem passen was wir machen. Es muss unserer Struktur folgen.“
(Sandra Kolb | Ressortjournalismus-Studentin im 4. Semester)