e-Gesundheitskarte. NRW-Gesundheitsminister: Versicherte müssen Herr über ihre eigenen Daten sein

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann plädiert dafür, gesetzlich Versicherten den Zugang zu ihren Patientendaten zu ermöglichen. Realisieren möchte Laumann dies mit einem Online-Zugriff auf die elektronische Patientenkarte, die künftig Gesundheitsinformationen enthalten soll. Doch nicht nur Wolfgang Krombholz, Vorstandschef der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns, hat Zweifel an der Zukunftsfähigkeit der Gesundheitskarte geäußert. Das Unternehmen vitabook bietet bereits heute eine Lösung, mit der Versicherte nicht nur jederzeit auf ihre Daten zugreifen können, sondern auch tatsächlich Herr ihrer Daten sind und zwar unabhängig von der umstrittenen eGK.

„Die Versicherten müssen Herr über ihre eigenen Daten sein. Es muss zum Beispiel möglich sein, dass sie jederzeit ihre eigenen Daten einsehen können, auch ohne dass ein Arzt oder ein anderer Behandler dabei ist“, so der Minister gegenüber dem Kölner Stadtanzeiger. Eine weiterentwickelte Telematik-Infrastruktur solle dafür sorgen, den Datenzugriff vom PC, Tablet oder Smartphone zu ermöglichen. Führe die künftige Bundesregierung keine entsprechende Regelung ein, werde es eine Bundesinitiative von NRW geben.

Im Westen nichts Neues

Letztlich hat der Gesundheitsminister Nordrhein-Westfalens nur noch einmal formuliert, was längst Gesetz ist, nämlich bis Ende 2018 die Voraussetzungen für die Nutzung des Patientenfachs mit der elektronischen Gesundheitskarte zu schaffen, so dass Patienten ihre Daten auch außerhalb der Arztpraxis eigenständig einsehen können. Laut Bundesgesundheitsministerium soll der Patient nicht nur entscheiden, welche Daten auf der Gesundheitskarte gespeichert werden dürfen, sondern auch, wer darauf zugreifen darf.

Das Projekt „eGk“ sollte zahlreiche neue Möglichkeiten für elektronischen Datenaustausch bieten, ein Notfalldatensatz sollte auf der elektronischen Gesundheitskarte hinterlegt werden können, ebenfalls ein Medikationsplan. Außerdem Röntgenbilder, Diagnosen und Arztbriefe, wodurch kostenintensive und u. U. für den Patienten gefährliche Doppeluntersuchungen hätten verhindert werden können. Realisiert wurde davon noch nichts. Bis heute ist die eGk eine Plastikkarte mit Versicherungsnachweis, die nach Berechnungen der Innungskrankenkassen rund 1,7 Milliarden Euro verschlungen hat.

Patient bleibt außen vor

Selbst wenn – was von vielen Seiten bezweifelt wird – die eGk demnächst die versprochenen Funktionen erfüllen könnte, das seit 2015 bestehende Patientenrecht, über die eigenen Daten verfügen zu können, setzt sie nicht um. Ein Zugriff ist ausschließlich über zertifizierte und zugelassene Produkte wie Konnektoren, Kartenterminals und Karten möglich und nur dafür zugelassenen Personen gestattet, in der Regel Ärzten. Auch die von einigen Krankenkassen, Kliniken und IT-Anbietern geplanten Online-Patientenakten geben Patienten nicht die Hoheit über ihre Daten.

Hier ist der Patient Herr über seine Daten

Einzig das Unternehmen vitabook bietet mit dem Online-Gesundheitskonto eine Lösung, bei der tatsächlich der Patient Eigentümer seiner Daten ist. vitabook versteht sich als Service-Provider des Bürgers mit unterschiedlichen Schnittstellen für alle Akteure im System. Wer hier ein Gesundheitskonto eröffnet, kann sich fortan über besagte Schnittstellen Daten von Ärzten, Kliniken, Apotheken, Krankenkassen, Laboren, Abrechnern, Pflegediensten und Sanitätshäusern digital senden lassen und Daten online jedem Behandler jederzeit und überall zur Verfügung stellen. Die Sorge vieler Bürger, ihre auf der eGk gespeicherten Daten könnten ungefragt bei Krankenkassen landen, erübrigt sich mit dem Online-Gesundheitskonto. Hier bestimmt allein der Kontoinhaber, also der Patient, welche Daten wem offenbart werden. Mit derzeit 184.000 aktiven Patienten ist vitabook die größte Gesundheits-Cloud Deutschlands. Tendenz steigend.