Unternehmen der zivilen und
militärischen Luftfahrt (Aerospace & Defense) haben sich in den
vergangenen Monaten als vergleichsweise krisenresistent erwiesen.
Laut dem Deloitte-Report „Holding steady – 2010 Midyear outlook for
the global aerospace and defense sector“ ist zwar auch hier
nennenswertes Wachstum ausgeblieben, doch wurde die Branche von
dramatischen Einbrüchen weitgehend verschont. Dabei sind die
einzelnen Segmente unterschiedlich betroffen: Die zivile Luftfahrt –
vor allem in den aufstrebenden Wirtschaftsräumen – verheißt positive
Perspektiven, während der militärische Bereich mit zunehmenden
Herausforderungen und Problemen rechnen muss. Hier kommt es auf neue
Konzepte und kreative Ansätze an, um stagnierende
Verteidigungsbudgets insbesondere der USA und Europas zu
kompensieren. Im Bereich Fracht- und Passagiermaschinen erholt sich
hingegen der Markt, aber auch bei Kleinflugzeugen und Privatjets
rechnen Experten wieder mit einer moderaten Nachfrage.
„Die Aerospace-&-Defense-Branche signalisiert Stabilität auf
Vorjahresniveau: Im Jahr 2009 nahmen die Gesamtumsätze der Branche
zwar zumindest um 1,3 Prozent zu, die Erträge sanken gegenüber 2008
jedoch um 15 Prozent. Diese Tendenz wird sich auch in 2010
fortsetzen. In der ersten Jahreshälfte fielen die Umsätze der 25
wichtigsten Player um ein Prozent, die operativen Gewinne gaben um
1,9 Prozent nach und die operativen Margen sanken durchschnittlich um
0,9 Prozent“, kommentiert Michael Hessenbruch, Partner A&D bei
Deloitte.
Die zehn größten A&D-Unternehmen (Q1/2009 zu Q1/2010)
Unternehmen Quartalsumsätze Operativer Gewinn Operative Margen
(zum Vorjahrsquartal)
Boeing -7,79% 14,54% 24,22%
EADS 5,70% -64,22% -66,15%
Lockheed Martin 2,55% -7,10% -9,40%
Northrop Grumman 8,51% 23,59% 13,90%
General Dynamics -6,22% 1,44% 8,16%
Raytheon 2,87% -0,42% -3,20%
Finmeccanica 3,27% 5,56% 2,21%
United Technologies 9,10% 35,99% 24,65%
GE Aviation -13,54% -26,02% -14,44%
L3 Communication -0,33% 9,04% 9,40%
Mehr Verkehrsflugzeug-Bestellungen nach 15-Jahres-Tief Anlass zum
Optimismus gibt die Tatsache, dass die Nachfrage in der
Passagierbeförderung derzeit spürbar anzieht. Branchenkenner rechnen
beim Verkehrsaufkommen für die nächsten Jahre mit Wachstumsraten von
bis zu fünf Prozent – parallel dazu stiegen die Bestellungen bei den
Herstellern wieder an. Bis Mai 2010 nahm der Absatz gegenüber dem
Vorjahr sogar um 127 Prozent zu – Schwerpunkt der Nachfrage liegt in
Asien. Davon abgesehen haben die großen Flugzeughersteller mit
insgesamt 979 ausgelieferten Maschinen im Krisenjahr 2009 einen
Rekord aufgestellt.
Business-Jets wieder gefragt
Bei Kleinflugzeugen und Business-Jets, bei denen die Krise
deutliche Bestelleinbußen zur Folge hatte, sind die Aussichten
verhalten. Die Hersteller gehen davon aus, dass die Talsohle 2010
erreicht ist und die nächsten Quartale sogar ein kleines Plus bringen
werden. Anlass dazu gibt unter anderem eine wieder wachsende
Nachfrage von Chinesen, Russen und Arabern. Zudem lockert sich die
Kapitalklemme der Hersteller, denn auch die Börsen erholen sich, was
sich vor allem belebend auf die private Nachfrage auswirkt.
Verteidigungsindustrie muss umdenken
Weniger rosig ist die Lage im militärischen Sektor. Schrumpfende
Verteidigungsbudgets, repriorisierte Programme und verschobene
Bestellungen bringen die Hersteller in Bedrängnis. Hier gilt es, nach
neuen Ansätzen, Möglichkeiten und Märkten zu suchen, zum Beispiel im
Bereich missions-relevanter Softwareintegration,
Simulationsfähigkeit, Energiebündelung,
Identification/Reconnaissance/Surveillance sowie Energie und
Infrastruktursicherheit. Ein Wachstumsmarkt ist Indien: Die
Rüstungsausgaben des Landes steigen kontinuierlich – entsprechend
attraktiv ist der dortige Markt für europäische und US-Anbieter. Die
Lage im militärischen Bereich hängt stark von geopolitischen
Entwicklungen ab, sodass belastbare Prognosen für das komplette
Segment schwer fallen.
M&A: Player stellen sich neu auf
Bei Mergers & Acquisitions ist jüngst ein Anstieg der Aktivitäten
zu verzeichnen. Schon 2009 lag die Zahl der Transaktionen um zehn
Prozent höher als im Vorjahr. Faktoren wie besserer Kapitalzugang und
wachsendes Interesse sowohl strategischer Käufer als von Private
Equity lassen mit einer weiteren Zunahme von Firmenkäufen rechnen.
Vor allem die großen Player werden aggressiver und übernehmen kleine
Unternehmen mit attraktiven Innovationspotenzialen.
„Die Stärke der gesamten Branche ist erstaunlich: Selbst in
schwierigen Zeiten hat es keine bedeutenden Pleiten oder
Zusammenbrüche gegeben, die Zahl der Beschäftigen blieb im Großen und
Ganzen erhalten und die finanzielle Situation – obschon derzeit weit
von dynamischem Wachstum entfernt – zeigt sich immerhin stabil“,
schließt Michael Hessenbruch.
Den kompletten Report finden Sie unter
http://www.presseportal.de/go2/Deloitte_report_Aerospace
zum Download.
Ende
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