Die 7. Immobilienkonferenz Berlin in den Räumen der Wirtschaftskanzlei OLSWANG stand ganz im Zeichen der aktuellen Finanz-, Währungs- und Staatsschuldenkrise. Gemeinsam mit rund 200 Teilnehmern diskutierten Experten wie Bundesminister a.D. Dr. Wolfgang Clement über die Wechselwirkungen von Staatsfinanzen, Kapitalmärkten und Immobilien.
In seiner Keynote fordert Clement auf, die Krise als Chance zu sehen, um in Europa wieder voran zu kommen. Dabei seien drei Maßnahmen wesentlich, um die Wettbewerbsfähigkeit der EU-Länder zu stärken:
1.Die Konsolidierung der Haushalte und die Durchführung von Reformen.
2.Die Entwicklung einer gemeinsamen Finanz- und Wirtschaftspolitik einschließlich Sanktionsmöglichkeiten.
3.Das Einsetzen einer unabhängigen, zentralen Bankenaufsicht durch die Bankenunion.
Uwe Fröhlich, Präsident des Bundesverbands der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken, wehrte sich gegen die aktuellen Pläne, von einer europäischen Bankenaufsicht reguliert zu werden. Er verwies auf die ohnehin umfangreiche nationale Aufsicht durch die BaFin und bezweifelte, dass eine größere Sicherheit für die Finanzmärkte mit einer gezwungenen Haftungsaufsicht erreicht werden kann.
Dr. Hans Volkert Volckens, Finanzvorstand der IVG Immobilien AG, stimmte dem zu und forderte die Politik auf, sich bei den Regulierungsreformen wie Basel III oder Solvency II mehr Zeit zu nehmen, um sich auch Klarheit über die Folgen zu verschaffen. Er plädierte dafür, dass aufgrund weitreichender Auswirkungen für die Fondsbranche Schnelligkeit nicht vor Qualität und Effektivität der Aufsichtsmaßnahmen gehen darf.
Alle Experten waren sich einig, dass für ein europäisches Wachstum private Investitionen in den Ausbau grenzüberschreitender Infrastrukturen unabdingbar sind. Durch mehr Öffentlich-Private-Partnerschaften (ÖPP) könnte der Investitionsstau bei Infrastrukturprojekten in Europa gelöst werden. Damit knüpfte die Diskussion an die Immobilienkonferenz im letzten Jahr an, in der die Teilnehmer Banken und kommunale Spitzenverbände bereits aufgefordert hatten, gemeinsam innovative ÖPP-Geschäftsmodelle zu entwickeln.
Dr. Christian Schede, Leiter der Branchengruppe Immobilienwirtschaft bei OLSWANG, moderierte die Paneldiskussion und stellte den Immobilienmarkt als Stabilitätsfaktor der letzten Jahre heraus. „Immobilien gehören zu den attraktivsten Vermögenswerten für Klein- und Großanleger, die in Sicherheit investieren wollen. Ohne ein funktionierendes Bankenwesen ist jedoch auch Betongold nichts mehr wert“, so Schede.
Zu dem traditionellen Branchentreffen hatten die British Chamber of Commerce in Germany (BCCG), das Alumni-Netzwerk IMMOEBS sowie der Bundesverband freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen e.V. (BFW) geladen. Unterstützt wurde die Veranstaltung von OLSWANG, Ernst & Young Real Estate und dem Finanzierungsberater BF.direkt AG.
Weitere Informationen unter:
http://www.olswang.com/news/2012/10/7_immobilienkonferenz/