Der Deutsche Journalisten-Verband hat sich gegen
die laut gewordene Kritik an der Ehrung des dänischen Karikaturisten
Kurt Westergaard gewandt. Es sei nicht nachvollziehbar, sagte
DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken, dass der Zentralrat der
Muslime in Deutschland den Zeitpunkt der Preisverleihung für
ungeeignet halte: „Das Eintreten für die Presse- und Meinungsfreiheit
und die Anerkennung für dieses Engagement dürfen nicht von
tagespolitischer Opportunität abhängen.“ Kurt Westergaard war am
Mittwochabend für sein Engagement für die Meinungsfreiheit in Potsdam
mit dem Medienpreis M100 ausgezeichnet worden. In ihrer Laudatio
hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel die Bedeutung der Pressefreiheit
für die Demokratie hervorgehoben. Der Zentralrat der Muslime in
Deutschland hat daraufhin in einer Erklärung hinterfragt, „ob das ein
für alle verständlicher Zeitpunkt ist, sein Eintreten für die
Pressefreiheit zu bekunden“. Gemeint war damit die Auseinandersetzung
um das Buch von Thilo Sarrazin. Vertreter des Muslimrates
kritisierten gar, mit Westergaards Ehrung werde Öl ins Feuer der
Islamfeindlichkeit gegossen.
„Satire und Karikatur sind ironische Stilmittel der
Pressefreiheit“, stellte der DJV-Vorsitzende klar. „Sie zu
akzeptieren, selbst wenn man sich angegriffen fühlt, ist
demokratisches Prinzip.“
Kurt Westergaard ist einer der Karikaturisten, die mit ihren
Zeichnungen in der Zeitung Jyllands Posten 2005 den so genannten
Karikaturen-Streit ausgelöst hatten. Westergaard, der den Propheten
Mohammed mit einer Bombe im Turban gezeichnet hatte, entging danach
nur knapp zwei Mordanschlägen gegen ihn und lebt unter Polizeischutz
an ständig wechselnden Wohnorten.
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