Der Rhein-Neckar-Kreis startete im Sommer des vergangenen Jahres mit Unterstützung durch die GE/CON GmbH das Projekt „Planen und Bauen 4.0“. Das Projektziel des Rhein-Neckar-Kreises bestand darin, eine effizientere und transparentere Ausgestaltung von Planungs- und Bauprozessen mithilfe digitaler Anwendungen und Verfahren zu gestalten. Hierzu war eine Bestandsaufnahme des heutigen Grades an Digitalisierung der Prozesse zur Bauleitplanung in den Kommunen notwendig.
Die Verwendung standardisierter und durch den IT-Planungsrat bundesweit für verbindlich erklärte einheitliche Datenaustauschformate soll langfristig medienbruchfreie Planungs- und Bauprozesse er-möglichen. Unterstützt wurde das Projekt-Team des Rhein-Neckar-Kreise zudem durch Akteure der Metropolregion Rhein-Neckar.
GE/CON Geschäftsführer Erik Schmidtmann sieht den Rhein-Neckar-Kreis durch das Projekt auf dem richtigen Weg: „ Der Arbeitstitel ‚Planen und Bauen 4.0‘ zeigt aus unserer Sicht, welche Potenziale und Herausforderungen sowohl die Digitalisierung als auch die Interkommunale Zusammenarbeit bieten. Wir sind froh, dass wir den Rhein-Neckar-Kreis mit unserer fachlichen Expertise bei diesem Projekt tatkräftig unterstützen konnten. Jedoch zeigt sich auch, dass die Chancen der Vereinheitlichung, auch durch die Nutzung von digitalen Instrumenten und darauf abgestimmter Prozesse noch nicht in jedem Rathaus auf der Agenda stehen.“
Um eine aktuelle Bestandsaufnahme der beteiligten Modellkommunen Digitalisierung der Verwal-tungsprozesse im Bereich Planen und Bauen zu erhalten, führte die GE/CON GmbH unter anderem vor Ort Interviews bei den acht Modellkommunen durch. Im Nachgang zu diesen Interviews, die unter anderem in Schwetzingen und Hockenheim geführt wurden, fand im Kontext des Fachaustauschs Geoinformation des Geonet.MRN eine Präsentation und Diskussion der Zwischenergebnisse statt. Die aus den Projektphasen gewonnenen Erkenntnisse wurden schließlich zu Handlungsempfehlungen verdichtet. Es zeigt sich, dass ein einheitliches Datenformat unter Berücksichtigung der verschiedenen kommunalen Ausgangslagen der Grundstein für erfolgreiche und effiziente Planungs- und Genehmi-gungsprozesse ist.
Im gemeinsamen Abschlussworkshop Anfang Februar 2019, an dem neben dem Projekt-Team auch Vertreter der kommunalen Partner des Projekts teilnahmen, konnten diese nun vorgestellt werden. Im Fokus stand die Debatte zwischen den Projektbeteiligten über die weitere Vorgehensweise und Möglichkeiten der Unterstützung in weiteren Digitalisierungsprozess.
Der Erfolg des Projektes lag aus Sicht der GE/CON vor allem im Nachweis des Mehrwertes für das tägli-che Verwaltungshandeln. Ein gemeinsamer Datenstandard und abgestimmte Prozesse werden nicht nur im Genehmigungsprozess sondern auch bei überregionalen Planungsprozessen erhebliche Erleich-terungen schaffen. Daneben wir der Rhein-Neckar-Kreis zukünftig mittels Musterausschreibung für eine einheitliche Aufstellung der Bauleitpläne im Rahmen einer Sammelausschreibung für alle interes-sierten Kommunen sorgen.
Schmidtmann abschließend: „Die Ergebnisse zeigen uns, dass die Kommunen einen erhöhten Bedarf bei der Kooperation und Kommunikation besitzen. Ein gemeinsames Vorgehen, eine verbesserte Kommunikation über den Zweck, das Budget und die Formulierung gemeinsamer Ziele von gleichen Aufgaben führen nachweislich zu einer Verbesserung der Prozesseffizienz für alle Beteiligten. Gerade vor dem Hintergrund der Digitalisierung ist es von Bedeutung einen klaren strategischen Nutzen zu beschreiben und diesen klar und strukturiert in die Rathäuser zu kommunizieren.“