Digitale Revolution begann in Hopferau

Der Tatsachenroman schildert eine fast vergessene, aber umso wichtigere Episode in Zuses Leben: Seinen Aufenthalt im Schloss zu Hopferau in den Jahren 1945 bis 1949. In diesen Jahren arbeitete er an seiner Z4, die er 1947 erstmals bei einer Wette einsetzte. Er bewies dem Senner Xaver Röck, dass sein Rechenapparat den Milchpreis schneller und präziser berechnen könne als Röcks erfahrene Fachleute. Mit dieser für uns fast schon banalen Episode leitete er die Geburtsstunde des digitalen Zeitalters ein.

Zur Buchvorstellung waren neben geladenen Gästen auch weitere Gäste aus der Region zugegen. Die Zuhörer fühlten sich in das aufregende Allgäu des Jahres 1947 zurückversetzt und lauschten gebannt der Erzählung des Autors.

Zeitzeugen befragt
Bode befragte für seinen Tatsachenroman um Zuses Schicksalsjahre Zeitzeugen um Schloss Hopferau und verwob deren Erinnerungen zu einer lebendigen Erzählung. Es ist die Geschichte der Leidenschaft für ein Zukunftsprojekt, aber auch eine der Angst und des vorsichtigen Taktierens in einer sehr schwierigen Nachkriegszeit. Und es ist die Geschichte von Menschen, die sich suchen und ein gemeinsames Interesse haben: Eine Idee auch unter äußerst problematischen Umständen zum Leben zu erwecken.

Geschichte wird neu geschrieben
So abenteuerlich wie die damaligen Umstände und die Geschichte um die Z4 ist auch die Entstehung des Buches. Bernd H. Rath, Geschäftsführer des Personaldienstleisters BERA in Schwäbisch Hall, kaufte das Schloss zu Hopferau für seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und suchte einen Stellplatz für seinen Wohnwagen. Dabei kam er mit den Bauern in der Umgebung ins Gespräch und erfuhr, dass Zuse 1947 auf dem Gelände des Schlosses den ersten kommerziellen Computer in Betrieb nahm. Für den Unternehmer ist sofort klar: Das sind wichtige Zeitzeugen für eine Geschichte, die noch nicht geschrieben ist, und beauftragte Christoph Bode, sich diesem Kapitel der Zeitgeschichte zu widmen.

Das Buch ist über die schlosseigene Webseite bestellbar.

Christoph Bode, Die Milchmädchen Rechnung, Herausgegeben von der BERA GmbH, Druck- und Verlagsgesellschaft Bietigheim, Bietigheim 2012, 132 Seiten, 978-3-00-038716-6, 14,95 Euro.

Weitere Informationen unter:
http://schloss-hopferau.com