„Die Wirtschaft rechnet zukünftig mit einem
Fachkräftemangel – in der Pflege existiert er bereits“, sagt
bpa-Präsident Bernd Meurer. Aus Anlass der heutigen Pressekonferenz
zur Fachkräftesicherung von DIHK-Präsident Hans Heinrich Driftmann,
Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen und Bundesinnenminister
Thomas de Maizière erinnert der Präsident des Bundesverbandes
privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa) daran, dass bereits
heute vielerorts in Altenheimen und bei ambulanten Pflegediensten
freie Stellen nicht mehr besetzt werden können.
„Der Arbeitsmarkt für Pflegefachkräfte ist wie leergefegt. Es
fehlen bereits jetzt 30.000 Fachkräfte, bis 2020 werden es rund
300.000 sein.“ Um dem Fachkräftemangel in der Pflege zu begegnen,
müssten alle Möglichkeiten genutzt werden – dazu gehöre auch die
Einführung einer Greencard. „Im Ausland erworbene Berufserfahrung und
Berufsabschlüsse müssen unbürokratisch anerkannt werden“, so Meurer.
„Wir werden unseren Bedarf an Fachkräften und Mitarbeitern nicht nur
mit deutschen Mitarbeiter/innen decken können. Bereits heute könnten
wir 10.000 Fachkräfte einstellen.“
Das würde bedeuten, dass in zehn Jahren jeder dritte Schulabgänger
in die Pflege ginge. Das sei unrealistisch. Es werde auch nicht
ausreichen, allein die Attraktivität der Arbeitsplätze zu steigern.
Der Anteil der jungen Menschen in der deutschen Bevölkerung gehe
zurück. Meurer wiederholte seine Forderung nach einer Greencard für
Pflegekräfte aus Nicht-EU-Staaten. „Wer glaubt, dass er den
eklatanten Fachkräftemangel, der sich heute schon abzeichnet, allein
mit deutschen oder europäischen Pflegekräften lösen kann, der irrt.“
Die Pflege bietet mit mehr als 1,1 Millionen Arbeitsplätzen in
Deutschland mehr Jobs als Mercedes, VW, Opel & Co. und ist ein
wichtiger Jobmotor und Wachstumsmarkt.
Für Rückfragen:
Herbert Mauel, Bernd Tews, 030 / 30 87 88 60.