„Die Wirtschaft muss den Menschen dienen“

„Die Wirtschaft muss den Menschen dienen“

STUTTGART – Der Kompetenzpreis Baden-Württemberg für Innovation und Qualität 2011 wurde gestern auf der Neuen Messe Stuttgart vor internationalen Medienvertretern an LIQUI MOLY-Chef Ernst Prost und die Wilhelm Layher GmbH & Co. KG, Hersteller von Systemgerüsten, verliehen.

Mit diesem Preis werden seit 2008 alljährlich baden-württembergische Unternehmen ausgezeichnet, die das Spannungsfeld zwischen Innovation und Qualität beherrschen, dies in die betriebliche Praxis überführt haben und nachweislich herausragende Leistungen erbringen. Ihre Anstrengungen sollen dabei in besonderer Weise gewürdigt und gleichsam Impulse gegeben werden, weitere Potenziale zu erschließen. „Ohne Innovation keine zu Zukunft und ohne Qualität schon gar keine“, machte Helmut Bayer, Jury-Mitglied und Geschäftsführer der TQU GROUP, Ulm, deutlich.

Seit vergangenem Jahr wird der Kompetenzpreis zudem an Einzelpersonen vergeben, die sich mit kontinuierlichen Spitzenleistungen in der Unternehmensführung, verbunden mit einem beispielhaften Engagement für die Gesellschaft Verdienste erworben haben.
Diese Auszeichnung erhielt der geschäftsführende Gesellschafter des Ulmer Motorenölspezialisten LIQUI MOLY, Ernst Prost, einerseits „für sein beispielhaftes Engagement für die Gesellschaft“, so Schirmherr Professor Heinz Trasch, Vorstandsvorsitzender der Steinbeis-Stiftung, in seiner Laudatio. Darüber hinaus habe er eine außergewöhnliche Unternehmenskultur geschaffen. Prost folge „klaren ethischen Werten“ und genau so führe er sein Unternehmen. Seine Aussagen seien ebenso glaubhaft, wie sein Bekenntnis zum Standort Deutschland, „und schaffen eine vertrauensvolle Atmosphäre“.

Die Jury würdigte im Besonderen Prosts Grundhaltung und sieht dessen „Menschlichkeit und Mut als Schlüssel zum Erfolg“. Gerade ethische Werte und Grundsätze, wie Fleiß, Respekt, Demut, Lob und Dankbarkeit gegenüber Mensch und Natur, besäßen für ihn oberste Priorität. Dabei blicke Prost über den Tellerrand der reinen Geschäftstätigkeit hinaus und übernehme gesellschaftliche Verantwortung jenseits von Bilanz und Ertrag. Nicht von ungefähr hat er dieses Jahr die „Ernst-Prost-Stiftung“ gegründet, die es sich zum Ziel gesetzt hat, Menschen, die unverschuldet in Not geraten sind, zu helfen. Um Menschen seines Unternehmens nicht erst in Not geraten zu lassen, habe er Mut gezeigt und während der Wirtschaftskrise eine Arbeitsplatzgarantie ausgesprochen.

Prost selbst, der den Preis wegen anderweitiger Verpflichtungen nicht persönlich entgegen nehmen konnte und von Alexandra Holzwarth und Tobias Göbbel vertreten wurde, dankte per Videobotschaft „im Namen meiner Kollegen“, denen er den Preis widmete. Dabei machte er deutlich, dass die Wirtschaft aus seiner Sicht in der gesellschaftlichen Pflicht stehe und „es nicht darum geht, Profite zu mehren“ oder um Aktienwerte, sondern „um die gerechte Verteilung von Gewinnen“ und um die Sicherung von Arbeitsplätzen: „Die Wirtschaft muss den Menschen dienen.“

Der Preis für Unternehmen ging an die Wilhelm Layher GmbH & Co. KG, Hersteller von Systemgerüsten aus Güglingen-Eibensbach. Von der Preiswürdigkeit des Unternehmens hatte sich das Expertengremium vor Ort eingehend überzeugt. „Die gelebte Innovationskultur, der enge Kundenkontakt sowie die aktive Mitarbeit in verschieden Gremien ist die Quelle einer Vielzahl von Ideen“, die in Produkte mündeten, die in ihrer Gesamtzusammenstellung mit eingeführten Produkten eine einzigartige Lösung für den Kunden darstellten, hieß es. Eine Herausforderung, der Layher bislang stets gewachsen sei.

Als Marktführer erneuere Layher sein Produktportfolio ständig und lebe seit Generationen die Innovationskultur „mehr möglich“ täglich vor, hieß es weiter in der Begründung. Gerade auch die systematischen Bemühungen um die kundenorientierte Produkt- und Prozessqualität, der Regelaustausch auf verschiedenen Bereichsebenen, die aktive Mitarbeit der Führung in Normengremien und Berufsgenossenschaften haben das Gremium überzeugt. Layher sei ein „authentisches und vorbildliches Unternehmen“ unterstrich Heinz Trasch.

Dieses Gesamtpaket habe zu nachhaltig positiven Ergebnissen geführt. So sei es Layher als Unternehmen im Familienbesitz gelungen, „über die Jahre hinweg seine Stellung nicht nur zu behaupten, sondern nachweislich auszubauen“. Die Anzahl der Produktverbesserungen und Neuprodukte verzeichneten seit mehreren Jahren einen positiven Trend und würden vom Markt angenommen.

Layher sei mit Abstand führender Anbieter von Systemgerüsten, der nächste Wettbewerber liege bei einem Bruchteil des Layher – Umsatzes. Durchschnittlich über 20 Prozent Wachstum in den letzten 8 Jahren und eine „ppm-Rate von 50“ seien deutliche Beweise für die Nachhaltigkeit der Bemühungen.
Den Preis nahmen Dr. Helmut Kreller, Geschäftsführer der Wilhelm Layher GmbH & Co. KG, und der Teamleiter für Produktentwicklung, Harald Ilg, entgegen. „Im Namen der gesamten Firma Layher bedanke ich mich herzlich für diese Auszeichnung. Diese spiegelt unser ständiges Bemühen wider, für Kunden „mehr möglich“ zu machen. Dafür entwickeln wir kontinuierlich Produkte, die den Gerüstbau noch einfacher, noch schneller und vor allem noch sicherer machen und die für Kunden gleichzeitig neue Geschäftschancen eröffnen. Möglich machen dies unsere engagierten Mitarbeiter, die ihr Know-how Tag für Tag für Kunden einsetzen – für den gemeinsamen Erfolg“, so Dr. Kreller. Bei ihnen bedankte er sich im Besonderen: „Sie sind es, die den Preis verdient haben.“

Ein Preis, der gemeinsam von der TQU GROUP, Ulm, und dem Frickenhausener Messeunternehmen P. E. Schall ins Leben gerufen wurde und unter der Schirmherrschaft der Steinbeis Stiftung für Wirtschaftsförderung steht. Er wird in Kooperation mit dem Arbeitgeberverband Südwestmetall, dem Landesverband der Baden-Württembergischen Industrie e.V. (LVI), dem Wirtschaftsverband Industrieller Unternehmen Baden e.V. (WVIB) und dem Verband der chemischen Industrie (VCI) vergeben.

Aus diesem Kreis setzt sich auch das Expertengremium zusammen, das in einem aufwändigen Prüfverfahren eine Vorauswahl unter den Bewerbern zu treffen und der Jury ihre Ergebnisse zu übermitteln hatte. An ihr war es letztlich, die Preisträger zu küren.