
Bretten. 29. September 2015 – Die Aufsicht nimmt die Zügel in die Hand – und zwar fester denn je. Ab Januar gelten die neuen Leitlinien der Europäischen Bankenaufsicht für den SREP zur umfassenden Beurteilung der Risiken von Finanzinstituten. Zwar decken die Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk) und das Kreditwesengesetz (KWG) bereits einen großen Teil des neuen SREP ab, doch die Europäische Aufsicht geht noch einige Schritte weiter. Der neue ganzheitliche Prozess schlägt den Bogen von der Kategorisierung der Banken über Liquiditäts- und Kapitalrisiken bis hin zur Geschäftsmodellanalyse. Gerade bei letztem Punkt fürchten Banken künftig Eingriffe in ihre Geschäftsstrategie durch die Aufsicht.
Auch außerhalb des SREP tut sich einiges an der Aufsichtsfront. Hinzu kommen aufsichtsrechtliche Initiativen, um die Methoden zur Messung des Zinsänderungsrisikos im Anlagebuch zu verbessern, den Kreditrisikostandard-Ansatz (KSA) für Geschäftsmodelle weiterzuentwickeln und die Steuerung von Banken zu optimieren.
Die aktuelle Studie banking insight hat 200 Fach- und Führungskräfte deutscher Kreditinstitute gefragt, wie sie auf diese zahlreichen aufsichtsrechtlichen Neuerungen vorbereitet sind. „Die Studienergebnisse zeigen deutlich, dass sich Banken an vielen Stellen weiterentwickeln müssen. Teilweise können die Konsequenzen für Geschäftsmodell und Steuerung jedoch von den Instituten noch nicht vollständig abgeschätzt werden – hier werden sich die Banken weiter in einem dynamischen Umfeld bewegen und auf Veränderungen reagieren müssen“, erläutert Holger Dürr, Partner Business Consulting und Experte für aufsichtsrechtliche Themen bei msgGillardon, die Umfrageergebnisse.
Die Befragungsergebnisse werden durch Stellungnahmen von Experten aus der Bundesbank sowie aus Verbänden abgerundet.
Über die Studie „banking insight“
Die Studie „banking insight“ der Unternehmensberatung msgGillardon in Kooperation mit dem Handelsblatt untersucht, wie gut Deutschlands Banken auf den SREP und weitere aufsichtsrechtliche Initiativen vorbereitet sind und hat an vielen Stellen Handlungsbedarf festgestellt. An der Studie haben insgesamt 200 Fach- und Führungskräfte deutscher Kreditinstitute teilgenommen.