Mit diesem Preis werden seit 2008 alljährlich baden-württembergische Unternehmen ausgezeichnet, die das Spannungsfeld zwischen Innovation und Qualität beherrschen, dies in die betriebliche Praxis überführt haben und nachweislich herausragende Leistungen erbringen. Ihre Anstrengungen sollen dabei in besonderer Weise gewürdigt und gleichsam Impulse gegeben werden, weitere Potenziale zu erschließen. „Ohne Innovation, Nachhaltigkeit und Qualität gibt es keine Zukunft“, machte Helmut Bayer, Jury-Mitglied und Geschäftsführer der TQU GROUP, Ulm, deutlich.
Und Qualität hat ihren Preis. Ein Preis, den zunächst einmal die Jury zu bezahlen hatte, die noch nie zuvor in der Geschichte des Kompetenzpreises Baden-Württemberg über eine derartige Fülle nahezu gleichrangiger Bewerbungen auf höchstem Niveau zu befinden hatte. Entsprechend schwierig war die Entscheidungsfindung. Nachdem auf Basis der vorgegebenen Kriterien, Voraussetzungen, Prozesse und Ergebnisse zunächst keine eindeutige Entscheidung getroffen werden konnte, wurden zwei zusätzliche Kriterien angelegt: Die mögliche volkswirtschaftliche Bedeutung und der Erfindergeist und Qualitätsanspruch Baden-Württembergs.
„Die Jury hat sich angesichts der hervorragenden Bewerber sehr schwer getan“, sagt Bayer,: „Es war eine knappe Entscheidung.“ Gekürt wurde schließlich die Unternehmenskooperation des Hochdorfer Herstellers von innovativen Werkstoffen „OxiMaTec“ und dem Werkstoffveredeler „Leonhardt Graveurbetrieb“, die revolutionäre Produkte und Verfahren entwickelt haben, beispielsweise flexible Keramik. „Ich habe erst gedacht, da liegt ein Irrtum vor,“ bekannte Professor Heinz Trasch, Ex-Vorsitzender der Steinbeis-Stiftung in seiner Laudatio: „Diesen Werkstoff gab es bislang noch nicht.“
Er würdigte die hohe Innovationskraft, Qualität und die erfolgreiche Zusammenarbeit des dynamischen Duos: Wer alleine arbeitet, addiert, wer intelligent kooperiert, multipliziert und wer in Cluster eindringt und Netzwerke gründet, potenziert.“
„Die Zusammenarbeit OxiMaTec / Leonhardt Graveurbetrieb zeigt, dass eine sich ergänzende Kooperation zu herausragenden Ergebnissen fähig ist“, urteilte die Jury: „In diesem Fall liegt der Forschungspart bei OxiMaTec und die Entwicklung der Anwendung bei Leonhardt Graveurbetrieb. Die Innovationen, die dort getrieben werden, können als technologischer Vorsprung gewertet werden, der das ganze Land voran bringen kann. Der Preisträger verkörpert das, was Baden-Württemberg ausmacht: Erfindergeist und Umsetzungskompetenz.“
OxiMaTec-Geschäftsführer Dr. Wolfgang Burger bedankte sich für die Auszeichnung und nahm sie „stellvertretend für unsere Mitarbeiter an. Schließlich sind es doch alle Mitarbeiter im Unternehmen, die sich täglich im Spannungsfeld zwischen Innovation und Qualität bewegen.“ Burger betonte, dass es der „analytische Sachverstand sei, aus welchem heraus überhaupt erst Innovationen möglich werde.“ Flankiert vom familiären Geist des Unternehmens und einem klaren Projektmanagement. „Vielen Dank für diese Auszeichnung. Sie wird uns Ansporn sein, den von uns eingeschlagenen Weg weiterhin konsequent zu gehen.“
Die Findung der Unternehmerpersönlichkeit geriet zur „Damenwahl“ – allerdings dergestalt, dass der Preis erstmals einer Frau zugesprochen wurde: Der geschäftsführenden Gesellschafterin Dr. hc mult Sybill Storz (Karl Storz Endoskopie, Tuttlingen), deren Unternehmen weltweit Maßstäbe in der Weiterentwicklung der Minimal Invasiven Chirurgie gesetzt hat. Darüber hinaus wurde das beispielhafte gesellschaftliche Engagement von Sybill Storz gewürdigt, die allein sieben Ehrenmitgliedschaften in medizinischen Gesellschaften rund um den Globus innehat und mehreren bildungs- und forschungsnahen Vereinigungen angehört. Ihr Wirken hat der Unternehmerin bislang bereits insgesamt 39 Auszeichnungen eingetragen.
„Ihre individuellen Qualitätsansprüche, Entwicklungen und umfassenden OP-Konzepte führten zu internationaler Anerkennung“, hob Heinz Trasch hervor. „Dazu engagiert sich Sybill Storz überproportional im sozialen Bereich“, setze sich für Menschenrechte und die Abschaffung von Kinderarbeit ein und fördere Frauen im Beruf, so Trasch weiter: „Ich könnte seitenweise Auszeichnungen vorlesen.“
Obwohl sie an Ehrungen mittlerweile gewöhnt ist, sei es Sybill Storz „eine große Ehre und außerordentliche Freude, heute den Kompetenzpreis für Innovation und Qualität Baden-Württemberg in der Rubrik Unternehmer-persönlichkeit entgegen nehmen zu dürfen. Das Land Baden-Württemberg gilt als das Land der Tüftler und Erfinder und ist für seine Innovationskraft und Fleiß weltbekannt. Laut dem Statistischen Landesamt Baden-Württemberg ist unser Bundesland innerhalb der Europäischen Union die Region mit der höchsten Innovationskraft. Dazu tragen viele unternehmerische Persönlichkeiten aus dem Mittelstand bei. Umso mehr freut es mich, dass ich aus den zahlreichen Unternehmerpersönlichkeiten für den diesjährigen Kompetenzpreis ausgewählt wurde.“
Gleichwohl nahm die Unternehmerin diese Auszeichnung zum Anlass, die Bedeutung von Bildung und ihrer Förderung im Zusammenhang mit Innovationsfähigkeit und Qualität zu betonen: „Nicht der Große schluckt den Kleinen, sondern der Schnelle schluckt den Langsamen. Deshalb müssen wir schneller und besser sein als unsere Wettbewerber. Mit über 150 Auszubildenden, wichtigen Bildungspartnerschaften mit Schulen sowie Universitäten und den Karrierechancen, die wir jungen Menschen bieten, versuchen wir hierzu unseren aktiven Beitrag zu leisten. Nachhaltiges und ethisches Unternehmertum stellt für mich somit einen konstanten Wert dar, den das Unternehmen KARL STORZ jederzeit beachtet und weltweit gültig ist, das heisst, im Aufschwung und gleichermaßen in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten. Nachhaltigkeit ist somit keine Verhandlungsmasse, die man je nach Marktsituation taktisch einsetzten sollte.“
Nicht mit dem Kompetenzpreis, aber mit einer gesonderten Auszeichnung, hat die Jury die Schwörer Haus KG bedacht und dies so begründet: „Schwörer überzeugte durch die gelebte Innovationskultur, eine Innovationsstrategie mit dem Ergebnis, sich innerhalb eines Verdrängungswettbewerbs erfolgreich zu behaupten. Das Vorgehen wie auch die Lösungen zeigen einen ganzheitlichen, system-orientierten Ansatz auf.“
INFO
Mit diesem Preis werden seit fünf Jahren alljährlich baden-württembergische Unternehmen ausgezeichnet, die das Spannungsfeld zwischen Innovation und Qualität beherrschen,
dies in die betriebliche Praxis überführt haben und nachweislich herausragende Leistungen erbringen. Der gemeinsam von der TQU GROUP, Ulm, und dem Frickenhausener Messeunternehmen P. E. Schall, das heuer 50. Firmenjubiläum feiert, initiierte Kompetenzpreis, steht unter der Schirmherrschaft der Steinbeis Stiftung für Wirtschaftsförderung und wird in Kooperation mit dem Arbeitgeberverband Südwestmetall, dem Landesverband der Baden-Württembergischen Industrie e.V. (LVI) und dem Verband der chemischen Industrie (VCI) vergeben.
Die bisherigen Preisträger:
Paul Hartmann AG,
Balluff GmbH,
Witttenstein alpha GmbH,
Professor Klaus Fischer,
Wilhelm Layher GmbH & Co. KG, Ernst Prost.
Weitere Informationen unter:
http://tqu-group.com