Die häufigsten Fehler bei der Kreditaufnahme

-Dispo- statt Ratenkredit-

Der Dispokredit ist zwar der einfachste, aber gleichzeitig auch der teuerste Weg, sich Geld zu leihen. Die durchschnittlichen Dispozinsen lagen Mitte Februar bei 11 Prozent. Bei einem Dispokredit werden die Zinsen auf den Tag genau für den tatsächlich in Anspruch genommenen Betrag berechnet. Allerdings erhalten Verbraucher einen Ratenkredit derzeit schon für einen effektiven Jahreszins von 1,95 Prozent. Wer zum Beispiel 3.000 Euro zu diesen Konditionen umschuldet, zahlt 61 Euro Zinsen bei 24 Monaten Laufzeit. Wer im gleichen Zeitraum seinen Dispokredit begleicht, zahlt mehr als das Fünffache: 338 Euro Zinsen. Daher sollte der Dispokredit nur zur Überbrückung eines kurzfristigen Engpasses genutzt werden. „Nutzen Verbraucher ihren Dispo dauerhaft oder planen Anschaffungen, deren Höhe zwei Monatsgehälter übersteigt, so ist ein Ratenkredit meist die bessere Alternative“, rät TopTarif-Geschäftsführer Dr. Arnd Schröder.

-Kredit alleine aufnehmen-

Ob verheiratet oder nicht – generell können Kredite von zwei Personen beantragt werden. Das lohnt sich besonders bei größeren Anschaffungen. Durch das meist höhere Grundeinkommen von zwei Personen erhalten zwei Kreditnehmer in der Regel einen besseren Zinssatz als eine Einzelperson. Außerdem steigt dadurch die Wahrscheinlichkeit, dass der Kreditantrag bewilligt wird. Denn im Gegenzug haften auch beide Kreditnehmer gesamtschuldnerisch für die Verbindlichkeiten – jeder in voller Höhe.

-Falscher Verwendungszweck-

Viele Banken bieten für bestimmte Vorhaben Sonderkonditionen an. Wer beim Verwendungszweck „Sonstiges“ angibt, verschenkt mitunter einen besseren Zins. Das gilt beispielsweise für Modernisierungen oder beim Autokauf. Auch wenn mittlerweile viele Autohäuser die passende Finanzierung mit speziellen Konditionen anbieten, kann ein Ratenkredit die günstigere Alternative sein. In diesem Fall treten Autokäufer nämlich als Barzahler auf und haben dadurch die Möglichkeit, beim Händler noch gute Rabatte auszuhandeln. Welche Methode sich eher rechnet, sollten Verbraucher am besten vorab prüfen.

-Kreditkonditionen nicht flexibel-

Ein guter Kredit zeichnet sich nicht allein durch einen niedrigen Zinssatz aus. Mindestens genauso wichtig ist Flexibilität bei der Tilgung. Um auf unerwartete Ereignisse reagieren zu können, helfen zum Beispiel Ratenpausen oder die Möglichkeit der kostenfreien Sondertilgung. Bei entsprechender Liquidität kann die Kreditlast dadurch schneller abgebaut und die Zinskosten reduziert werden. Einige Banken ermöglichen Kreditnehmern sogar eine kostenfreie Gesamttilgung. Ist die vorzeitige Rückzahlung nicht gebührenfrei, steht der Bank aufgrund der entgangenen Zinsen eine Vorfälligkeitsentschädigung zu. Bei Ratenkrediten ist das Entgelt auf maximal ein Prozent der Restschuld gedeckelt. Die reguläre Kündigungsfrist bei den meisten Krediten beträgt einen Monat.

-Extras verteuern den Kredit-

Eine Restschuldversicherung sichert die Kreditrückzahlung bei Arbeitslosigkeit, Berufsunfähigkeit und im Todesfall ab. Doch der Schutz ist mit zusätzlichen Kosten verbunden und verteuert den Kredit. „Verbraucher sollten genau prüfen, ob sie eine Restschuldversicherung wirklich benötigen. Eine Pflicht zum Abschluss besteht nicht. Wirklich notwendig ist diese meist erst bei höheren Verbindlichkeiten und bei langen Laufzeiten“, sagt Dr. Schröder. Häufig decken auch vorhandene Policen, wie etwa eine Unfall-, Berufsunfähigkeits- oder Risikolebensversicherung, dieses Risiko ab.

-Erstbestes Angebot wahrnehmen-

Wird der Kredit schnell benötigt, greifen viele Verbraucher oft zum erstbesten Angebot – ein teurer Fehler. „Verbraucher sollten sich bei der Kreditaufnahme immer die Zeit für einen umfassenden Vergleich nehmen. Denn schon kleine Zinsunterschiede verteuern den Kredit über die Gesamtlaufzeit merklich – umso mehr, je höher die Kreditsumme ist“, sagt Dr. Schröder. Zudem gibt es Unterschiede zwischen bonitätsabhängigen und -unabhängigen Krediten. Ist der angebotene Zinssatz im zweiten Fall bindend, entscheidet im ersten Fall die eigene finanzielle Situation über die Kreditkonditionen. So kann der Kredit letztlich teurer werden als ursprünglich gedacht. Als Orientierung dienen die sogenannten 2/3-Zinsen. Sie zeigen den Zinssatz, den 2/3 aller Kreditnehmer für die gleichen Konditionen im Durchschnitt erhalten haben.