Die eigene Immobilie: Kaufen statt mieten und dabei auch noch vorsorgen

Die eigene Immobilie: Kaufen statt mieten und dabei auch noch vorsorgen
Michael Schneider, Leiter Vermögensberatung der Sparda-Bank Nürnberg
 

Die Mieten steigen: 5 % sind bei Neuvermietungen in guten Lagen Nürnbergs keine Seltenheit. Parteiübergreifend wird bereits über eine gesetzliche Mietpreisbremse nachgedacht. Zugleich wird das Baugeld immer günstiger. Tiefer können die Zinsen für Immobilienkredite eigentlich nicht mehr sinken. Wer heute eine Immobilie finanziert, zahlt bei 10-jähriger Bindungsfrist und 40 % Eigenkapital durchschnittlich gerade mal 2,6 % Zinsen p.a., vor 20 Jahren musste ein Bauherr noch horrende 7,60 % p.a. berappen. Mehr Mieter denn je sollten daher prüfen, ob sie nicht lieber die Miete in die eigene Tasche zahlen und in die eigenen vier Wände ziehen sollten.

Das eigene Haus oder die eigene Wohnung ist in erster Linie natürlich eine Herzensangelegenheit. Träume werden wahr! Mit Wohneigentum lassen sich persönliche Vorstellungen vom Wohnen und Zusammenleben besser verwirklichen. Aber auch rein rationale Gründe sprechen für das selbstgenutzte Wohneigentum. Unschlagbar sind die eigenen vier Wände als Baustein der Altersvorsorge. Eigentümer zahlen die Miete an sich selbst und schaffen zugleich einen bleibenden Wert. Mit sinkender Restschuld nimmt das Vermögen ständig zu. Ist im Alter das Haus oder die Wohnung abbezahlt, muss man für das Wohnen nur noch wenig ausgeben. Nimmt man einen Mietpreisanstieg von jährlich 1,5 % an, dann werden zum Beispiel aus 800 Euro Miete nach 25 Jahren 1.161 Euro Miete. Rentenerhöhungen können, soweit sie überhaupt planbar sind, da nicht mithalten.

Wer ein Objekt in guter Lage kauft, kann mit einer kontinuierlichen Wertsteigerung rechnen. Dazu kommt noch der Inflationsschutz. Denn der reale Wert einer Immobilie bleibt auch bei einer Geldentwertung weitgehend erhalten. Auch unter Renditegesichtspunkten schneidet die selbstgenutzte Immobilie gut ab. Während Zinsen, Dividenden und Kursgewinne aus anderen Geldanlagen über den Sparerfreibetrag hinaus steuerpflichtig sind, bleiben Mietersparnis und Wertzuwachs steuerfrei. Man müsste über alternative Anlagen schon ca. 5,5 % Ertrag vor Steuern erwirtschaften, um die steuerfreie Mietersparnis von 4 % des Immobilienwertes auszugleichen. Nicht zuletzt fördert der Staat den Bau und Kauf von Eigenheimen mit Zulagen. Vor allem die Wohn-Riester-Förderung kann die Finanzierung um einige tausend Euro billiger machen.

Fazit: Wohnimmobilien sind eine sichere Investition und ein solider Baustein für die Altersvorsorge. Bei mindestens 20 bis 30 % Eigenkapital und dem historisch niedrigen Zinssatz kann Kaufen langfristig deutlich billiger sein als Mieten. Ein kompetenter Baufinanzierungs-Berater rechnet mit dem Interessenten zusammen aus, ob er sich den Kauf wirklich leisten kann und wie er ihn am besten finanziert.

Bildrechte: Sparda-Bank Nürnberg

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