Die angebliche Traumrendite: Vorsicht vor unseriösen Börsenbriefen

Die angebliche Traumrendite: Vorsicht vor unseriösen Börsenbriefen
Der DVS hilft geschädigten Anlegern
 

Erfurt, 22. Mai 2013. „So können Sie in wenigen Minuten zum Börsenmillionär werden“ – derartige Versprechungen auf Börsenbriefen im Briefkasten oder im E-Mail-Postfach sind dieser Tage wieder vermehrt unterwegs, so der Deutsche Verbraucherschutzring e. V. ( www.dvs-ev.net). Doch aus der Traumrendite wird oft nur ein Albtraum.

Im Mittelalter versuchten Alchemisten in dunklen Kammern aus allerlei Rohstoffen Gold herzustellen. Heute arbeiten viele ihrer Nachfahren bei Börseninformationsdiensten und schreiben Börsenbriefe. Gedruckt oder in digitaler Form landen sie in den Briefkästen der privaten Anleger und versprechen schnellen Reichtum dank „zauberhafter Renditen“. Die Tipps sind manchmal äußerst fragwürdig, in einigen Fällen sogar betrügerisch.

Das „Opus Magnum“ unseriöser Börsenbriefe

Opus Magnum war das „große Werk“ der Alchemisten, in dem die erfolgreiche Umwandlung eines Ausgangsstoffes zu Gold beschrieben wurde. Heute heißt das Opus Magnum Newsletter. Super-Aktien im Internet sprechen schon mal von einer vorläufigen Gewinnschätzung von mehr als 100 Prozent, vollautomatisierte Aktienprogramme versprechen mehr als 3.000 Euro im Monat ohne dafür auch nur einen Finger zu rühren. Jana Vollmann, Geschäftsführerin des DVS, kann über diese alchemistischen Verführungsversuche nur lachen: „Solche Versprechungen stehen in keinen seriösen Börsenbriefen, von denen es ja auch einige gibt. Dennoch schaffen es Werbebotschaften wie oder immer wieder unbedarfte Menschen, in das Anlagegeschäft zu locken. Frei nach dem Motto, vielleicht klappt es ja doch.“

Besonders gemein: Manipulation mit anschließender Kaufempfehlung

Neben vielen teueren Exklusiv-Informationsbroschüren, die der Anleger im Abonnement beziehen kann, gibt es noch eine besonders hinterhältige Mixtur: Manipulation mit Kaufempfehlung. Der Trick: Unternehmen bringen ihre Aktien in den Freiverkehrshandel einer Börse. Dieser ist weitestgehend unreguliert. Jana Vollmann: „Anschließend werden Anleger von Telefondiensten oder Internetforen mit Börsenbriefen oder E-Mails mit Kaufempfehlungen für genau diese Aktien bombardiert. Wenn genug gekauft wird, steigt der Kurs und die Initiatoren dieser Manipulation verkaufen ihre Aktien mit Gewinn.“ Für die anderen sieht es indes schlecht aus, schließlich bricht der Kurs am Ende der Kaufempfehlungen regelmäßig ein. Für Anleger, die auf solche Aktientipps hereingefallen sind bedeutet das Verluste in manchmal empfindlichen Höhen. Insider sprechen vom „Scalping“, was wörtlich etwa Skalpieren, also das Fell über die Ohren ziehen heißt.

BaFin Broschüre: So erkennt man unseriöse Angebote

Die Finanzdienstleistungsaufsicht BaFin hat im Jahr 2012 rund 250 Untersuchungen wegen derartiger Marktmanipulationen eingeleitet. Die Masche, so die BaFin, sei dabei immer wieder die gleiche. Faule Aktien – Freiverkehrshandel – Kaufempfehlungen. Wie man unseriöse Angebote erkennen kann, hat die BaFin in einer gut gemachten Broschüre zusammengetragen. „Wer Zweifel an einem angebotenen Anlagegeschäft hat“, so Jana Vollmann, „sollte sich fachmännischen Rat einholen, oder noch besser einfach die Finger davon lassen.“ Im Anlagegeschäft gibt es immer wieder auch schwarze Schafe. Generell gilt: Außerordentlich hohe Renditeversprechen, wie 3 % Zinsen pro Monat, sind oft ein Zeichen für unseriöse Geschäfte.

Weitere Informationen finden Sie unter www.dvs-ev.net

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