
MANNHEIM. Auf dem Campus der Hochschule der Wirtschaft für Management (HdWM) traf sich Ende Juni der Arbeitskreis der Patinnen und Paten der Initiative Jobbrücke / PATENMODELL. Ziel der Arbeitsmarkt-Initiative ist es, Arbeitsuchende individuell und professionell bei ihrer Jobsuche zu unterstützen. In der Region Rhein-Neckar ist man besonders erfolgreich, denn in den letzten Jahren konnten über 300 Arbeitsuchende in einen neuen Job im Ersten Arbeitsmarkt geführt werden.
Starker Vortrag von Prof. Rupert Felder mit Ausblick ins Jahr 20130
Zu diesen Arbeitskreisen, die sechs Mal im Jahr stattfinden, werden immer wieder Persönlichkeiten eingeladen, die zu wichtigen Neuerungen in der Arbeitswelt vortragen. Diesmal ist es gelungen, den Personalchef der Heidelberger Druck, Prof. Dr. Rupert Felder, zu gewinnen. Felder ist der HdWM sehr verbunden, denn er ist auch Vorsitzender des Kuratoriums der Hochschule. In seinem Vortrag ging er insbesondere auf die Auswirkungen der Digitalisierung auf die zukünftige Arbeitswelt ein.
Am Beispiel seines Unternehmens HEIDELBERG zeigte Prof. Felder die in der Praxis bereits heute wirkenden Einflüsse von Globalisierung und Digitalisierung auf. „Mit der Digitalisierung der Prozesse wird sich auch die Arbeitswelt verändern. Es gilt die Herausforderungen der Digitalisierung anzunehmen und zukunftsorientierte Lösungen anzustreben, die den Menschen in den Mittelpunkt stellen“. Anhand mehrerer Beispiele konnte Felder verdeutlichen, wie diese Veränderungen bereits heute große Teile der Arbeitswelt erfasst haben.
„Die Anforderungen des digitalen Wandels beginnen bereits in der Berufsausbildung“ erklärte Felder. Neue Ausbildungsinhalte und eine spezifische Weiterbildung der bestehenden Belegschaft seien unabdingbar. „Die Arbeitsplätze werden im Jahr 2030 andere sein als heute“ so Felder, dabei müsse dieser Wandel nicht beunruhigen, es gelte vielmehr, die Weichenstellungen richtig vorzunehmen.
Wie funktioniert die Initiative Jobbrücke / PATENMODELL?
Die Initiative des Diakonischen Werkes setzt auf bürgerschaftliches Engagement und wendet sich an Manager, Führungskräfte und Personalentscheider in Wirtschaft und Gesellschaft, die zur Übernahme einer sogenannten Jobpatenschaft bereit sind. Das Besondere dabei: Die Jobpatinnen und Jobpaten arbeiten völlig unabhängig und ehrenamtlich. Und ganz wichtig: für die Arbeitsuchenden entstehen keinerlei Kosten.
Patinnen und Paten haben Kapazitäten für neue Patenschaften frei
Für die regionale Projekt-Koordination konnten Herbert Mayer und Wolfgang Kullmann gewonnen werden. Die Kommunikationsarbeit wird von Franz Motzko verantwortet. Derzeit sind 25 Patinnen und Paten in der Rhein-Neckar-Region aktiv, rund 1.500 sind es bundesweit. Kullmann: „Die Erfolge sind vor allem unseren engagierten Jobpaten zu verdanken, die die Arbeitsuchenden mit professionellen Coachings unterstützen und ihnen auch sonst mit Rat Tat zur Seite stehen“. Derzeit haben die Patinnen und Paten Coaching-Kapazitäten frei, deshalb der Appell an Arbeitsuchende: Bitte melden!
Motzko will die Initiative hier in der Region weiter nach vorne bringen. Dazu bedarf es natürlich auch weiterer Patinnen und Paten. Deshalb sein Appell an alle, die „mit in die Speichen greifen“ wollen: Machen sie mit! Es ist ein interessantes Ehrenamt und es macht Spaß, bei einem gesellschaftlich so wichtigen Thema als Patin oder Pate mitzumachen! Aktuell werden 30 Arbeitsuchende im Großraum Rhein-Neckar-Pfalz von der Initiative betreut.
Auf dem Foto: Dr. Rupert Felder (re), Patinnen und Paten, Prof. Hans R. Kaufmann (li).
Foto & Text: Franz Motzko