Deutschland hat europaweit die meisten Metropolräume

Zu den zwölf bedeutendsten Metropolräumen in Europa
zählen mit Rhein-Ruhr, Rhein-Main, Berlin und München auch vier
deutsche Regionen. Rhein-Ruhr und Rhein-Main punkten vor allem als
wirtschaftlich starke Regionen, Berlin als politisches und München
als Wissenschaftszentrum. Die alles überragenden europäischen
Metropolen sind allerdings London und Paris. Zu diesem Ergebnis kommt
eine Studie des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung
(BBSR). Insgesamt hat das BBSR 125 Metropolräume in Europa ermittelt,
17 davon in der Bundesrepublik.

Metropolräume gelten als „Wachstumsmotoren“ für die Entwicklung
von Ländern oder ganzen Kontinenten. Daneben haben sie oft auch
herausragende Bedeutung als Wissenschaftsstandorte sowie als
politische und kulturelle Zentren. Die Studie des BBSR untersucht
erstmals flächendeckend für Europa, wo und mit welchem Gewicht
Metropolstandorte und -funktionen verortet sind. Dazu zieht sie
Indikatoren aus den Bereichen Politik, Wirtschaft, Wissenschaft,
Verkehr und Kultur heran und bewertet die Metropolräume nach den
einzelnen Bereichen und einem Gesamtindex. Mit ihrer umfassenden
Datenbasis zu den Metropolstandorten und -funktionen in Europa bietet
die Analyse eine wertvolle Grundlage für einen Vergleich und eine
bessere Einordnung der Metropolräume.

Das Maß aller Metropolräume Europas ist der Studie zufolge London
mit dem höchsten Gesamtindexwert von 100, gefolgt von Paris mit einem
Wert von 97,9. Weitere Top-Räume auf dem Kontinent sind die
niederländische Region Randstad (74,5), Brüssel (66,8) und Rhein-Ruhr
(51,1), Moskau (47,2), Wien-Bratislava (45,1), Rhein-Main (41,2), Rom
(40,8), Berlin (38,7), Madrid (34,6) und München (32,9). In diesen
Regionen sind alle Funktionsbereiche einer Metropole umfassend
abgedeckt. Aber auch kleinere Räume haben metropolitane Potenziale –
in Deutschland etwa Freiburg, Würzburg, Karlsruhe, Aachen, Münster
und Bielefeld.

Die politische Metropole Europas ist eindeutig Brüssel als
Standort zahlreicher internationaler und EU-Institutionen. Neben
Paris, London, Berlin, Moskau und Rom spielen aber auch Genf und Wien
als Amtssitze der Vereinten Nationen sowie Luxemburg und Straßburg
eine herausgehobene politische Rolle.

Rhein-Ruhr und Rhein-Main unter den fünf wichtigsten
Wirtschaftsregionen

Um das wirtschaftliche Gewicht der Metropolräume zu ermitteln,
haben die BBSR-Experten Indikatoren wie Unternehmensumsätze, die
Bilanzsumme der Banken und die Zahl unternehmensnaher Dienstleister
herangezogen. Die wichtigsten Wirtschaftsräume befinden sich demnach
in Mitteleuropa: Paris und London sind die bedeutendsten Standorte,
zur europäischen Spitze gehören auch Randstad, Rhein-Ruhr und
Rhein-Main.

München und Rhein-Ruhr zählen zu den führenden
Wissenschaftsstandorten

Die Entwicklungschancen von Städten und Regionen hängen eng mit
ihrer Stärke als Wissenschaftsstandort zusammen. Als Indikatoren
wurden unter anderem die Zahl von Spitzenuniversitäten, von
internationalen wissenschaftlichen Vereinigungen und von
Patentanmeldungen herangezogen. Zu den führenden
Wissenschaftsstandorten zählen wiederum Paris und London, zudem mit
München und Rhein-Ruhr auch zwei deutsche Metropolräume.

Verkehrsdrehscheibe Rhein-Main

Im Funktionsbereich Verkehr haben die Forscher das Aufkommen im
Personen-, Güter- und Datenverkehr als Indikatoren für die Bedeutung
eines Standorts betrachtet. Der Luftverkehr spielt dabei eine
dominante Rolle. Randstadt, London und Paris führen die Rangliste der
Metropolräume in diesem Bereich an, gefolgt von Brüssel und
Frankfurt.

Die Studie kann beim Selbstverlag des BBSR
( selbstverlag@bbr.bund.de ) oder über den Buchhandel bezogen
werden:
Metropolräume in Europa Hrsg.: Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und
Raumforschung. Bonn 2010.
Analysen Bau.Stadt.Raum. Band 1
ISSN 2190-8281
ISBN 978-3-87994-692-1
12,50 Euro

Daten und Grafiken zu den Ergebnissen und Grundlagen der Studie
finden Sie unter http://www.presseportal.de/go2/Grundlagen_Studie
(Benutzername: Metropole, Passwort: Presse).

Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im
Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) ist eine
Ressortforschungseinrichtung im Geschäftsbereich des
Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS). Es
berät die Bundesregierung bei Aufgaben der Stadt- und Raumentwicklung
sowie des Wohnungs-, Immobilien- und Bauwesens.

Pressekontakt:
Adelheid Joswig-Erfling
BBSR
Tel: +49(0)228 401-2270
E-Mail: adelheid.joswig-erfling@bbr.bund.de

Fachliche Ansprechpartner:
Dr. Rupert Kawka; Dr. Horst Lutter
Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR)
Tel.: +49(0)228 401-1314/1312
E-Mail: rupert.kawka@bbr.bund.de/ horst.lutter@bbr.bund.de