Für sieben deutsche Fußballnationalspieler war die ?Reise? nach Polen und in die Ukraine nicht der Beginn eines großen Fußballfestes, sondern der Weg in den Tod. Den Kickerstars Karl Auer, Johannes Jakobs, Georg Köhl, Hugo Mantel, Karl Schulz, Willi Völker und Willi Wigold nützte ihr Talent und ihre Bekanntheit nichts. Wie Millionen andere wurden sie zu Opfern des Zweiten Weltkrieges. Einige von ihnen haben auf den Kriegsgräberstätten des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge in Polen und der Ukraine ihre letzte Ruhestätte erhalten. Die Spuren anderer ehemaliger Nationalspieler verlieren sich im Nichts: ?Vermisst? heißt es über sie. Ihre Angehörigen teilen das Schicksal Hunderttausender Familien, die noch immer keine Kenntnis vom Verbleib ihrer im Krieg gefallenen oder vermissten Väter, Söhne oder Brüder haben. Diese Ungewissheit schmerzt ? noch heute.
Viele der jungen Menschen von heute aber haben erst einmal keine Ahnung, wie man nach im Krieg gestorbenen oder vermissten Angehörigen sucht. Dabei ist der erste Schritt sehr einfach. Denn viele Schicksale lassen sich sofort mit der modernen Onlinegräbersuche des Volksbundes unter www.volksbund.de klären. Jedes Jahr werden neue Schicksale geklärt und in der modernen Onlinedatenbank des Volksbundes veröffentlicht. Die Namen und Daten von 4,6 Millionen deutschen Kriegstoten beider Weltkriege sind hier erfasst und abrufbar. Darauf macht der Volksbund zum Beginn der UEFA-EM 2012 mit Hörfunk aufmerksam.
Und das ist nicht alles. ?Für uns ist der Auftakt zur Europameisterschaft eine gute Gelegenheit, auf unsere Aktion ?Anstoß zum Frieden? hinzuweisen. Viel zu wenigen ist heute noch bewusst, dass in Polen und der Ukraine hunderttausende Menschen in zwei Weltkriegen ihr Leben lassen mussten. Wie viel lieber wären sich die Spieler wohl damals auf einem Fußball- und nicht auf einem blutigen Schlachtfeld begegnet?, sagt Dr. Martin Dodenhoeft vom Volksbund.
Das sind keine papierenen Appelle. Ausgangspunkt dieser Mahnung zum Frieden ist eine intensive praktische Arbeit. Noch heute werden in Polen und der Ukraine jährlich tausende Kriegstote geborgen und auf zentralen Kriegsgräberstätten bei Breslau, Kiew oder anderen Orten endgültig bestattet. Dann können auch die Angehörigen endlich erfahren, dass es wenigstens ein Grab gibt, das besucht werden kann. Für den gemeinnützigen Verein ist das allerdings ein großer Kraftakt, für den Mitgliedsbeiträge und Spenden dringend gebraucht werden.
Die Online-Gräbersuche des Volksbundes bietet auch die Möglichkeit, die Kriegstoten eines bestimmten Ortes zu finden. Die phonetische Suche ist sehr hilfreich, wenn die genaue Schreibweise eines Namens unbekannt ist. Zu den über achthundert vom Volksbund gepflegten Kriegsgräberstätten können auf der Homepage zahlreiche Informationen und Fotos abgerufen werden. Die Einbindung von Google Maps gewährleistet, dass der Ort zügig gefunden werden kann.
Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. ist eine humanitäre Organisation. Er erhält und pflegt im Auftrag der Bundesregierung die deutschen Kriegsgräberstätten im Ausland, sucht und birgt die noch unbestatteten Toten, klärt Schicksale von Kriegsopfern und motiviert in seiner breit angelegten Jugend- und Bildungsarbeit junge Menschen, aktiv für den Frieden zu arbeiten. Schirmherr ist Bundespräsident Joachim Gauck.
Mehr Informationen unter www.volksbund.de oder www.anstoss-zum-frieden.de
Weitere Informationen unter:
http://www.volksbund.de