Am Sonntag ist die Konferenz „Positive
Begegnungen“ zum Leben mit HIV und Aids in Bielefeld zu Ende gegangen
ist. Die Konferenzteilnehmenden haben die Haltung der Deutschen
AIDS-Hilfe e.V. (DAH) zum skandalösen Urteil im Prozess gegen Nadja
Benaissa begrüßt: Sie forderten die DAH auf, sich verstärkt für die
notwendigen Anpassungen im Strafrecht und eine stärkere
gesellschaftliche Debatte zum Thema gemeinsame Verantwortung
einzusetzen.
Die Interessen und Lebensrealitäten von Menschen mit HIV und Aids,
ihren Partnerinnen und Partnern müssen Eingang in die Debatte finden
und aktuelle Studienergebnisse und Forschungserkenntnisse
berücksichtigt werden. So zeigen internationale Studien unter anderem
von UNAIDS, dass das Strafrecht kein Mittel von Prävention sein kann,
im Gegenteil sogar kontraproduktiv wirkt.
Dazu erklärt Carsten Schatz, Mitglied im Bundesvorstand der DAH:
„Wir fordern die Justizminister des Bundes und der Länder auf, dem
österreichischen Beispiel zu folgen und anzuerkennen, dass bei
funktionierender HIV-Therapie Menschen mit HIV nicht infektiös sind.
Staatsanwaltschaften müssen angewiesen werden, dies zu
berücksichtigen. Darüber hinaus brauchen wir in Deutschland ein
Klima, in dem offen über HIV gesprochen werden kann. An diesem Klima
mitzuarbeiten, ist Aufgabe von Medien, Politik und der
Zivilgesellschaft. Aidshilfe wird sich dieser Aufgabe stellen.“
Pressekontakt:
Jörg Litwinschuh, Tel.: 0177-28 22 581, E-Mail: mail@litwinschuh.de
Deutsche AIDS-Hilfe e.V.
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