Vor dem Hintergrund der Diskussion um mögliche Rekommunalisie-rungen in Berlin positionierten sich die Podiumsteilnehmer mit ihren Argumenten. Für die öffentlichen Unternehmen des Landes Berlin waren Jörg Simon, Vorstandsvorsitzender der Berliner Wasserbetriebe, Frank Bielka, degewo-Vorstandsmitglied und Manfred Rompf, Geschäftsführer Personalmanagement bei Vivantes auf dem Podium. Gemeinsam mit dem Staatssekretär der Senatsverwaltung für Finanzen, Christian Sundermann und dem Fraktionsvorsitzenden von Bündnis 90/Die Grünen, Volker Ratzmann, diskutierten sie die aktuelle Situation.
Die Zahlen sprechen für sich: Die städtischen Unternehmen, von denen sich 14 in der Initiative mehrwert Berlin zusammengefunden haben, um ihr gemeinsames Engagement für die Stadt zu dokumentieren, haben im vergangenen Jahr einen Umsatz von 7 Milliarden Euro gemacht, 1,6 Milliarden Euro investiert und rund 2.000 Ausbildungsplätze zur Verfügung gestellt. Die guten Leistungen der Kommunalen waren auf dem Podium unbestritten. Die Strategie des Landes entscheide jedoch oft, wie gut ein städtisches Unternehmen sich einbringen könne, sagte Volker Ratzmann. Bei den Wohnungsgesellschaften, so bestätigte der Fraktionsvorsitzende der Grünen, sei das strategische Element am weitesten fortgeschritten. degewo-Vorstandsmitglied Frank Bielka erläuterte, dass die Quartiersentwicklung in Berlin in hohem Maße von den sechs kommunalen Wohnungsunternehmen geleistet wird. „Damit erzielt man keine kurzfristige Rendite. Aber langfristig zahlt sich diese Strategie aus. Die von der degewo erzielte Stadtrendite ist der Beweis.“
Beim Stichwort Rekommunalisierung mahnte Manfred Rompf für das Gesundheitsnetzwerk Vivantes: „Gesundheitsvorsorge ist eine Da-seinsvorsorge und muss daher in öffentlicher Hand bleiben.“ Für die Berliner Finanzverwaltung ergänzte Staatssekretär Christian Sunder-mann, Berlin müsse lernen, mit privaten Unternehmen zu kooperieren. Ein Beispiel für das gute Funktionieren einer solchen Partnerschaft seien die Wasserbetriebe, sagte Jörg Simon, Vorstandsvorsitzender der Berliner Wasserbetriebe.
Vor rund 80 Gästen diskutierten die Podiumsteilnehmer in den Räumen des Beratungsunternehmens PricewaterhouseCoopers (PWC) am Potsdamer Platz. Gastgeber Wolfgang Wagner, Partner und Vor-standsmitglied bei PWC: „Gut, dass es die Initiative mehrwert Berlin gibt, die Aktivitäten bündelt und sich für Berlin engagiert.“