Der Presseclub und der Neoliberale

Der Presseclub und der Neoliberale

Es ist schlicht und einfach unerträglich was sich so sonntags, am Vormittag, im Presseclub bei der ARD und Phoenix, teils abspielt. Sonntag der 1. August 2010, 12 Uhr. Herr Volker Herres lud zur Diskussion. Das Thema: „Kommt der Aufschwung wirklich?“ Eingeladen wurden Ulrike Herrman (taz), Birgit Marschall (Rheinische Post), Rudolf Hickel (Professor und Publizist) und jetzt kommt das Unerträgliche – Henning Krumrey (Wirtschaftswoche), Dauergast beim Presseclub. Was um Gottes Willen veranlasst die ARD schon jahrelang uns, dem politisch interessierten Publikum und GEZ-Zahler, permanent auf unsere Kosten, denn anders kann man es nicht bezeichnen, diesen Herrn Krumrey vorzusetzen.

Dieser Mann ist nun wirklich kein Paradebeispiel eines Demokraten, sondern ein rotes Tuch für jeden echten Demokraten. Das durchsichtige, extrem kapitalistische, neoliberale Gedankengut von Herrn Krumrey müsste doch jedem deutschen Journalisten und auch der Redaktion des Presseclubs bekannt sein. Was kann diese volkswirtschaftlich, politische Intelligenz uns, den Zuschauern, außer Arroganz und Ignoranz der Realitäten in unserer Republik und neoliberales Geplapper rüberbringen und das auch noch auf eine Art und Weise, die zum Teil, wie an diesem Sonntag geschehen, schon beleidigend für die große Mehrheit der Menschen im Lande ist.

Natürlich kann man sein Gerät ausschalten um sich nicht unnötig einer möglichen tiefen Depression mit gefährlichen Nebenwirkungen auszusetzen. Aber, man will ja doch hören, was Frau Marschall, Frau Herrmann, Herr Hickel und das Publikum an Beiträgen bringt und da kommen ja auch sachdienliche Argumentationen, die wir mit Interesse zur Kenntnis nehmen. Aber, Herr Krumrey, da ist man machtlos und muss es gezwungener Maße über sich ergehen lassen.

Wenn man die Wirtschaftswoche liest kann man ihn einfach übersehen, aber im TV ist man ihm hilflos ausgeliefert. Es müsste doch möglich sein, wenn die ARD oder Herr Herres auf die Ausführungen des Herrn Krumrey angewiesen sind ihm ein Exklusiv-Krumrey-Herres einzurichten, z.B. nach Mitternacht oder noch besser auf einem separaten Sender, der nicht über die GEZ finanziert wird. Zahlreiche, steinreiche Sponsoren werden den Lobbyisten 1000prozentig unterstützen.

Ich glaube man muss nicht auf die Ausführungen und Diskussionsbeiträge des Mannes eingehen, denn jeder Presseclub- und Polittalkfan kennt die gehirnwäscheähnlichen, neoliberalen, extremen, kapitalistischen Äußerungen schon auswendig. Bitte, bitte ARD, wenn der Presseclub ohne Herrn Krumrey nicht auskommt, dann setzen sie ihn bitte ab. Aber machen sie es bitte nicht wie an diesem Sonntag geschehen, dass sie Herrn Krumrey auch noch ein 5minütiges Statemen, auf Kosten der Zuschauernachfrage, zum Ende der Sendung geben. Ich finde das gemein.

Gerade im Freien Deutschen Fernsehen sollte es keine Plattform für extreme Linke oder extreme, rechte Neoliberale geben.

Ein großes Meeting des Geistes und der Intelligenz mit Sachverstand ist das, was die aktuelle Gegenwart und die Menschheit braucht.
(download bei: www.weltversorgungsgesellschaft.de)

Wolfgang Bergmann