Furchtbar zäh gestalteten sich die Verhandlungen um Griechenland in den letzten Wochen. Die Hoffnung auf eine Lösung hellte die Stimmung der Börsianer auf. Sobald die Verhandlungen allerdings mal wieder ins Stocken gerieten, drehte sich auch die Stimmung der Marktteilnehmer sehr schnell. Obwohl die Aktienmärkte im Januar deutlich an Boden gutmachen konnten, ist die Abhängigkeit von den politischen Krisenherden in Europa nach wie vor unbestritten. Innerhalb kurzer Zeit, sind die Probleme in Europa nicht lösbar und die letzten Jahre haben gezeigt, wie sehr eine positive Depotentwicklung auf ein freundlicheres Marktumfeld angewiesen ist, als es zurzeit vorhanden ist. Investoren, die ihren baldigen Ruhestand ansteuern wollten, mussten ihre Pläne mit Beginn der Finanzkrise aufgeben. Selbst für erfahrene Anlageprofis ist das jetzige Marktumfeld absolutes Neuland. Wie es weitergeht? Es nutzt nichts herumzuorakeln. Anleger brauchen Lösungen für ihre Depots, die ihnen auch in der jetzigen Phase weiterhelfen …
2011 war nicht nur für Aktien, sondern für diverse Assets ein turbulentes Jahr. Und in der Tat ist in vielen Bereichen die weitere Entwicklung völlig ungewiss. So hätte man eigentlich erwartet, dass die Schuldenkrise inflationsgeschützte Sachwerte wie Immobilien wieder so richtig interessant macht. Betrachtet man sich die Anbieter offener Immobilienfonds ist Euphorie allerdings nicht erkennbar. Im Gegenteil, viele Fonds sind nach wie vor geschlossen. In den kritischen Fällen steht die Abwicklung unmittelbar an. Das bisherige Anlageuniversum hat sich deutlich verkleinert.
Am Goldpreis teilt sich das Lager potentieller Investoren. Betrachtet man die weite Strecke, die der Preis in den letzten Jahren zurückgelegt hat, kann einem Betrachter schwindelig werden. Dennoch messen viele renommierte Vermögensverwalter dem Goldpreis weiteres Aufwärtspotential bei. Die weitere Entwicklung wird sicherlich eng an den weiteren Umgang mit der Schuldenkrise verknüpft sein. Tatsache ist, dass die Preisentwicklung sehr volatil geworden ist. Unverkennbar ist in letzter Zeit auch eine relativ hohe Korrelation der Goldpreisbewegungen zum Aktienmarkt. Wer Gold zu Diversifikationszwecken ins Portfolio aufgenommen hat, erreicht mit diesem Schachzug momentan seine Ziele nicht.
Sollte sich die überwiegend positive Einschätzung renommierter Bankhäuser zur Entwicklung des Aktienmarktes bewahrheiten, stellt sich die Frage inwiefern Anleger bereit sind, ihre derzeitige Risikoabneigung zu überwinden. Investoren sind mit einer indexnah-orientierten Allokation in den letzten Jahren hin und her geworfen worden und werden Anlageentscheidungen voraussichtlich erst einmal aus der Defensive treffen. Bis zur nächsten Hausse sind Risikokontrolle und Verlustbegrenzung zwei Faktoren, die Basis der meisten Anlageentscheidungen sein wird.
Versuchsweise kann man das Pferd allerdings mal von der anderen Seite aufzäumen. Es scheint ein absurder Gedanke zu sein. Und dennoch sollte er überprüft werden. Lassen sich Ziele der Investoren vielleicht auch anders erreichen? Beispielsweise indem man ein chanceorientiertes Investment (ein reines Aktiendepot) mit scheinbar „riskanten“ Handelssystemen diversifiziert?
2011 bietet ein ideales Testgebiet für ein derartiges Experiment. Selten war die Volatilität von Aktien größer als im zweiten Halbjahr 2011. Und auch das erste Halbjahr hat, ausgelöst durch die Reaktorkatastrophe in Fukushima, einige Erschütterungen zu bieten. Kombinieren wir also ein Aktienportfolio (beispielsweise aus 100 % DAX-Aktien) mit hochwertigen chanceorientierten Tradingstrategien und sehen was passiert. Berücksichtigt werden sollte, dass auch viele Tradingstrategien mit der Volatilität des Marktumfeldes im Handel weit weniger gut zurecht gekommen sind, als im noch etwas ruhigeren Fahrwasser der Vorjahre. Um den systematischen Handel nicht über zu bewerten, erhalten Handelssysteme lediglich einen Anteil von 15 % am – nun sehr offensiven – Gesamtdepot.
Da Managed Account Anbieter uns ihre Wertentwicklung monatlich zur Verfügung stellen, arbeiten wir auch bei diesem Testversuch mit Depotwerten, die auf Basis der Monatsendstände ermittelt wurden. Betrachten wir zunächst Portfolio A, das jetzt neben 85 % DAX auch 15% FX Wave Diversified Portfolio mit 2% Tagesrisiko enthält. Dieses Handelssystem hatte es im letzten Jahr besonders schwer, da für den Handelserfolg benötigte Tagesmuster im Währungspaar EUR/USD wesentlich seltener auftraten als in den Vorjahren. Entsprechend konnte das System, das in Deutschland über die Trading Systems Portfolio Management in Bad Homburg angeboten wird, das Jahr 2011 nur mit Verlust (-12,9 %) beenden. Dennoch zeigt Portfolio A einen geringeren Drawdown im Vergleich zum reinen Dax-Verlauf: Es sind ca. 2,5 %-Punkte, um die der Verlust durch die Diversifikation abgefedert werden konnte.
Einen ähnlich großen Puffereffekt in der schlimmsten Phase deutscher Aktien im vergangenen Jahr zeigt auch die aus dem Hause PP-Brokerage stammende Aktienverwaltung Long / Short und das Handelssystem PC Breakout des Kölner Vermögensverwalters Portfolio Concept. Einzeln betrachtet, gelang es beiden Systemen 2011 im Plus zu beenden und den maximalen Drawdown niedrig zu halten. Auffällig im Einsatz in einem DAX-Portfolio ist, dass diese Managed Accounts einerseits helfen, den Verlust des Index abzufedern, in der zum Jahresende folgenden Erholungsphase des deutschen Aktienindex, im Portfolio allerdings nicht bremsend auf die Wertentwicklung einwirken. Vielmehr ziehen sie den Depotwert des Mischportfolios schneller in Richtung des Anfangswertes.
MTS Invest des Schweizer Managed Account Spezialisten Intercore Financial hat das vergangene Jahr völlig ungerührt von der Schuldenkrise absolviert. Entsprechend groß sind die Dämpfungseigenschaften im Einsatz in einem Mischportfolio. Die in unseren Tests eingesetzten 15 %-Beimischungen haben für MTS Invest beinahe ausgereicht um den kompletten DAX-Verlust zum Jahresende auszugleichen. Lediglich 1 %-Punkt notiert der Depotmix zum 31.12. noch im Minus.
Interessant sind auch Systeme, die sich in der heißen Phase der Schuldenkrise im September nicht nur vollständig vom Indexverlauf abkoppeln konnten, sondern diese Phase konträr genutzt haben. Gelungen ist dies der Altradis Capital AG mit dem System AlphAlgo. Zwar notiert der Endstand dieses Handelssystems für 2011 „nur“ bei +2,1 %, den August absolvierte der Anbieter allerdings mit einem erstaunlichen Gewinn von +31,3 %. Durch diese, dem DAX-Verlauf ungemein stark entgegenwirkende Entwicklung, reduziert sich der Drawdown des Mischdepots aus 85 % Aktienindex und 15 % AlphAlgo enorm. Dadurch startete diese Portfolio-Mischung mit einem Vorteil von 7,5 % in die sich anschließende Erholungsphase.
Sicherlich ist es ein ungewöhnlicher Weg, im jetzigen Marktumfeld eine Allokation durchzutesten, die allein auf eine sehr chanceorientierte Zusammensetzung fokussiert. Bei diesem Test konnte tatsächlich nur ein kleiner Bereich der Asset Allokation angekratzt werden. Plakativ ist allerdings zu sehen, welche Auswirkungen sehr aktive Strategien auf ein Portfolio haben können. Insbesondere dann, wenn sie nicht an einem Index festhalten, sondern sich nach ihrem eigenen frei entwickelten Regelwerk durch das Marktumfeld hindurch kämpfen. Solche Systeme und Strategien mit klassischen Assets, kombiniert, können für Investoren tatsächlich zu einem entscheidenden langfristigen Vorteil führen. In jedem Fall sind die von chili-assets.de eruierten Ergebnisse lohnend genug, um Managed Accounts ab sofort in die nähere Auswahl der Anlageinstrumente mit einzubeziehen.
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