
Deutsche Unternehmen stehen angesichts des Kosten- und Konkurrenzdrucks im verschärften internationalen Wettbewerb. Hauptsächlich in den strategischen Bereichen (Produkt-)Entwicklung, Vertrieb oder Controlling und Digitalisierung. Einer der zentralen Herausforderungen der nächsten Jahren wird für die deutsche Wirtschaft dafür die Sicherung des Fachkräftebedarfs sein. Zum einen steht Deutschland insgesamt in einem schärfer werdenden internationalen Wettbewerb um die besten Köpfe; zum anderen konkurrieren Mittelständler mit Großunternehmen um die geeigneten Fachkräfte. Dabei sind es nicht nur attraktive Karrierechancen, leistungsgerechte Vergütungen und hochkarätige Aus- und Weiterbildungsprogramme die bei qualifizierten Nachwuchskräften in den Fokus bei der Entscheidung für ein Unternehmen geraten, sondern auch die Lebensqualität der Beschäftigten in den jeweiligen Unternehmen wird in zunehmenden Maße entscheidend für die Stellenwahl.
In den vergangenen Jahren haben sich u.a. deshalb auch eine Vielzahl von Konzepten im betrieblichem Gesundheitsmanagement durchgesetzt. Die Angebote beginnen bei klassischen Arbeits- und Gesundheitsschutzmaßnahmen, die zum Teil gesetzlich vorgeschrieben sind und betrachten vorwiegend Faktoren, die berufsbezogene Erkrankungen bedingen. Ergänzt werden diese BGM-Angebote inzwischen um Bereiche wie gesundheitsbewusste Ernährung in den Kantinen, Vergünstigungen für Fitness- und Wellnessangebote und Betriebssportgruppen, insbesondere in größeren Unternehmen. Maßnahmen die den Umgang miteinander betreffen, Stichwort „wertschätzende Kommunikation“, sowie die Prävention von Burnout-Syndromen unter dem Stichwort Resilienz kommen hinzu.
Mit der Fülle dieser Angebote wird BGM aber immer mehr zu einem relevanten Kostenfaktor. Studien zufolge sollen Unternehmen, die 1 pro beschäftigter Person und Jahr in betriebliche Prävention investieren, zwar mit einem potenziellen ökonomischen Erfolg in Höhe von 2,20 rechnen können (Quelle: Bundeministerium für Gesundheit 2011), doch angesichts der immer noch beschränkten innerbetrieblichen Möglichkeiten den Nutzen von BGM-Prozessen in Euro und Cent im Einzelfall konkret zu bewerten, rücken die Kosten von BGM auf Unternehmensseite immer mehr in den Mittelpunkt der Kritik.
Umso mehr scheint es sinnvoll zu sein, neben den sinkenden Krankheitskosten, akribisch nach weiteren, messbaren Einsparpotenzialen zu fahnden.
Dabei ist es durchaus legitim auch den Mitarbeiter mit in die Verantwortung zu nehmen. Denn er muss ja schon aus ureigenem Antrieb ein Interesse daran haben, dass er im Arbeitsprozess ein geschätzter, weil kalkulierbarer Faktor bleibt.
Neben krankheitsbedingten Fehltagen, die dokumentiert werden und damit messbar sind, gibt es enorme nicht sichtbare Fehlstunden, die so leicht nicht aufzudecken sind. Diese liegen im privaten Bereich und fallen dadurch am Arbeitsplatz nicht sofort mit allem Konsequenzen auf. Wie schwerwiegend sich private Probleme, vor allem bei Führungskräften auf die berufliche Leistungsfähigkeit auswirken können, wird unter dem Oberbegriff „Resilienz fördern und stärken“ von Fachleuten längst erkannt und psychologisch hinterfragt. Denn die „Vielfalt der Möglichkeiten“ wirkt sich auch auf das private Umfeld aus.
Wenn man zum Beispiel bedenkt, wie viel Planungszeit eingesetzt werden muss, um die Entscheidung für eine Immobilie, deren Erwerb und Finanzierung erfolgreich umzusetzen, ist leicht vorstellbar, dass ein Mitarbeiter in diesen Phasen mit seinen Gedanken an manchen Tagen eher in seinem privaten Projekt, als in betrieblichen Prozessen engagiert ist. Da man aus der Statistik weiß, dass 70% der Führungskräfte Wohnungs- bzw. Hauseigentümer sind, mag man die Relevanz dieser Fehlzeiten für die Unternehmen abschätzen können. Ein weiteres Beispiel ist vielleicht noch signifikanter: Die Scheidungsquote bei Führungskräften liegt bei 50% (Quelle:http://www.smpp.de/publikationen/perspektiven_05_06_2005.pdf).
Dabei ist es nicht vorstellbar, dass Manager, die zuhause unklare Verhältnisse haben oder sogar den Bruch ihrer Beziehung verkraften müssen, mit ganzem Herzen und allen Gedanken in der Firma weilen.
Unternehmen sollten daher schon im Eigeninteresse Ihre viel zitierte „Fürsorgepflicht“ in diesem Bereich verstärkt wahrnehmen und Ihre Mitarbeiter auf außerbetriebliche Möglichkeiten der Hilfe für solche Situationen hinweisen: Neben klassischen Themen wie der Erstellung individueller BGM-Konzepte bietet beispielsweise das Beraterteam von duxxess – Gesellschaft für Medizinisches Management in München, für Führungskräfte einen innovativen Ansatz an, der Mehrwert für alle Beteiligten schafft. Karrierecoaching 4.0 ist hier das Stichwort. Mittels eines speziellen Karriere-Controlling-Tools zeigen die Beratungsexperten bei einer Lebensphasenplanung und der Simulation von Belastungsszenarien, beispielsweise die Auswirkungen einer Scheidung und den damit verbundenen Kosten auf. Aber auch Komponenten betreffend der Karriereplanung oder die finanziellen Auswirkungen beim Erwerb einer Immobilie können die Berater in so einem Karriere-Coaching langfristig simulieren. Der Beschäftigte erhält so Transparenz über seine aktuelle und zukünftige private Lebens-Liquiditäts- und Vermögenssituation.
Durch diese „Hilfestellung“ werden die Beschäftigten im privaten Umfeld deutlich entlastet und können sich gezielt auf die beruflichen Anforderungen fokussieren. Gedankliche Abwesenheiten werden deutlich reduziert. Die Bindung an den Arbeitgeber wird nachhaltig gestärkt. Insbesondere Führungskräfte profitieren von dem innovativen Ansatz. Und mit Ihnen die Unternehmen.