„Zu wenige kleine und mittelständische Unternehmen sind im Export tätig“, stellte Jürgen Friedrich jüngst in einem Interview fest. Friedrich ist Geschäftsführer der Außenwirtschaftsgesellschaft Germany Trade & Invest (GTI). Deren Aufgabe ist es, Deutschland als Wirtschaftsstandort zu vermarkten und deutsche Unternehmen bei der Erschließung ausländischer Märkte zu unterstützten. Dafür sind die Chancen im Boomjahr 2010 besonders gut. Denn nach der Krise 2009 sind die Güter des Vize-Exportweltmeisters Deutschland auf dem Weltmarkt wieder stark gefragt.
Die Frage lautet also: Warum wagen kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) nicht öfter den Schritt ins Ausland? Einer der Gründe dafür ist die Sprachbarriere beim Einstieg in ausländische Märkte. Zwar sprechen Geschäftsleute im Geschäftsalltag über die Ländergrenzen hinweg Englisch. Für die Vertiefung von internationalen Geschäftsbeziehungen über die Kundenakquise hinaus sind allerdings umfassende Kenntnisse in der Sprache des Absatzmarktes unabdingbar. So folgt beispielsweise der russische Geschäftspartner gern einer in Englisch gehaltenen Präsentation, möchte aber spätestens die weiterführende Dokumentation in seiner Muttersprache lesen. Also müssen KMU für das Auslandsgeschäft Übersetzungen anfertigen. Das gehört selten zur Kernkompetenz der Unternehmen, die demzufolge auch keine eigenen Übersetzungsabteilungen unterhalten. Die Übersetzungsleistung ist daher von externen Übersetzungsbüros zu leisten.
Die Auswahl eines Übersetzungsdienstleisters erfordert besondere Sorgfalt, da das Unternehmen seinen Dienstleister aufgrund fehlender Sprachkenntnisse nur schwer kontrollieren kann. Die Rückmeldung zur Qualität der Übersetzung gibt somit der Kunde. Daher ist eine mangelhafte Übersetzung eine schlechte Dienstleistung, die für den Auftraggeber unmittelbar geschäftsschädigend ist. Denn schlechte Übersetzungen erzeugen einen unprofessionellen Eindruck beim Kunden. Darunter leiden das Image des Unternehmens und sein wirtschaftlicher Erfolg. Deshalb sollten Auftraggeber nicht nur auf einen angemessen Preis achten, sondern unbedingt auch auf die Qualitätssicherung. Nützliche Anhaltspunkte bei der Dienstleisterwahl sind unter anderem:
1. Übersetzungen sind vor allem eins: Teamwork. Das heißt, der Auftraggeber muss bereit sein, Rückfragen vom Dienstleister zu beantworten. Gute Texte und eine zufriedenstellende Zusammenarbeit können nur gewährleistet sein, wenn beide anfänglich bereit sind, Zeit in die Qualitätssicherung zu investieren. Das heißt, wenn Sie qualifizierte und nachvollziehbare Rückfragen vom Dienstleister erhalten, ist das ein Zeichen für einen hohen Qualitätsanspruch. Dabei ist es auch wichtig, dass der Dienstleister mithilfe von Technologie in der Lage ist, die Antworten als Briefing für Folgeaufträge festzuhalten.
2. Die Ãœbersetzer sind Muttersprachler und leben in dem Land, in dem die Zielsprache gesprochen wird.
3. Neben dem in der DIN EN 15038 geforderten Korrekturgang sind weitere Kontrollmechanismen zur Qualitätssicherung vorgesehen.
4. Für qualitativ hochwertige Übersetzungen ist der Einsatz von digitalen Glossaren und Translation-Memory-Technologie ein absolutes Muss. Für eine komfortable Auftragsabwicklung sollte der Übersetzungsdienstleister die Möglichkeit anbieten, Tools in die IT-Infrastruktur des Unternehmens einzubetten.
5. Ebenfalls sollte geprüft werden, ob der Dienstleister über die nötige Personalstärke verfügt, um auch bei größeren Auftragsvolumina hochwertige Übersetzungsdienstleistungen erbringen zu können.
Diese Punkte sollten bei der Vergabe eines Auftrages immer beachtet werden. Sie sind Erfolgsfaktoren für eine gute Übersetzung. Eine gute Zusammenarbeit mit den Sprachexperten ist die beste Voraussetzung für eine gute Zusammenarbeit mit Geschäftspartnern im Ausland.