Danone, Otto, BASF und Adidas scheitern in Bangladesch

Danone, Otto, BASF und Adidas scheitern in Bangladesch

14. September 2011 – Danone, Otto, Adidas und BASF sind in Bangladesch vor einigen Jahren angetreten, soziale Probleme mit unternehmerischen Mitteln zu bekämpfen. Zusammen mit Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus gründeten sie Joint Ventures, um ihre ehrgeizigen Ziele zu erreichen. Wie das Wirtschaftsmagazin enorm in seiner am Donnerstag (EVT 15.09.11) erscheinenden Ausgabe berichtet, ist die Zwischenbilanz ernüchternd. Die Unternehmen konnten kaum eine Ankündigung einhalten.

Ottos „Fabrik der Zukunft“, die die ersten Kleidungsstücke in diesem Jahr ausliefern wollte, ist noch nicht errichtet. Die Vitaminpäckchen, die BASF verkaufen wollte, haben es bisher nicht in den Handel geschafft. Den „Turnschuh für Arme“, den die Adidas-Tochter Reebok vertreiben will, wurde im Herbst 2010 getestet – mit welchem Ergebnis und ob er tatsächlich verkauft wird, das gibt das Unternehmen nicht bekannt.

Der Lebensmittelhersteller Danone, der seit 2006 „Sales Ladies“ in Bangladesch Joghurts verkaufen lässt, kämpft ebenfalls mit massiven Problemen. Von den angekündigten 800 Verkaufsdamen sind nur 175 unterwegs, der Joghurt ist zu teuer für die Familien auf dem Land, in der Joghurtfabrik liegt der Tageslohn bei nur 133 Taka, etwa 1,33 Euro. Die Aktivistin Khushi Kabir, die 2005 für den Friedensnobelpreis nominiert war und sich in Bangladesch seit 1974 für die Rechte der Armen einsetzt, hat für enorm recherchiert und zahlreiche Kollegen und deren Familien befragt. Ihr Fazit: „Niemand – ich wiederhole – niemand hat je von den Grameen Ladies gehört geschweige denn welche gesehen.“

Die Unternehmen gaben gegenüber enorm keine konkrete Auskunft über den derzeitigen Stand und die Zukunft der Joint Ventures. Möglich ist, dass sie sich von Muhammad Yunus distanzieren – der Friedensnobelpreisträger von 2006 stand in den vergangenen Monaten immer wieder in der Kritik, und die Regierung Bangladeschs setzte ihn als Direktor der Grameen-Bank ab.

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