Düsseldorf/Nürnberg – Computer-Systeme zur Pflege des
Kundenbeziehungsmanagements spielen für Entscheider in
Marketing und Vertrieb sowohl gegenwärtig als auch künftig die
größte Rolle. Das belegen die Ergebnisse der Exklusiv-Umfrage
von absatzwirtschaft http://www.absatzwirtschaft.de  und
Marktforschung Innofact im Deutschen Marketingentscheider-
Panel. Danach nutzen aktuell die meisten der befragten
Manager im Ranking der meisten Nennungen zuerst eine
Software fürs Customer Relationship Management (CRM), dann
MS Office, SAP oder ganz eigene Lösungen. Im Vorjahr stand in
der Reihenfolge der aktuell genutzten Software noch eine
eigene Lösung gleichauf mit einem CRM-System, vor Office, PC
und erst dann SAP.Â
„Das Marketing steht mitten in der größten Umwälzung der
vergangenen Jahre. Früher suchten wir nach Mitteln und
Wegen, um eine Nachricht an viele Menschen zu bekommen.
Jetzt stehen wir vor der Herausforderung, jedem einzelnen
Menschen die richtige Nachricht zum richtigen Zeitpunkt
zukommen zu lassen. Wir stellen um von Push auf Pull“, skizziert
Technologie- und Marketingmanager Chris Brandt die Agenda
seines Software-Unternehmens conject. Gefordert seien neue
Werkzeuge. „Wir arbeiten in unseren Kampagnen mit immer
kleineren Zielgruppen. In der Idealform besteht die Zielgruppe
nur aus einer Person. Als Orientierung kann man das Amazon-
Vorschlagsmodell heranziehen, bei dem das System basierend
auf der Interaktionshistorie des Kunden das nächste Produkt
oder die nächste Botschaft vorschlägt“, sagt Brandt.
Ähnlich sieht es Uwe Freese, Geschäftsführer der Düsseldorfer
Agentur EuroRSCG: „Kampagnentools, die direkt in die
Kommunikation integriert sind, werden immer wichtiger. Nicht
nur, weil sie den Beweis der Wirkung gleich mitliefern, sondern
auch weil die Zielgruppenansprache immer differenzierter und
kleinteiliger wird, für deren Wirkungsmessung Prozesse und
Auswertungstools notwendig sind.“Â
Der Nachweis der Wirtschaftlichkeit des Marketings ist nach
Auffassung von Harald Henn, Geschäftsführer von Marketing
Resultant, schwieriger zu führen. „Der Druck auf die
Marketingabteilungen ist immens groß, weil die ganzen
klassischen Maßnahmen in Print, TV oder Hörfunk in ihrer
Wirkung extrem nachgelassen haben und der Aufwand immer
größer wird, um neue Kunden zu gewinnen und zu binden“, so
Henn.
Im Vorfeld der Nürnberger Leitmesse CRM-expo http://www.crm-
expo.com belegen aktuelle Analysen von Berlecon und
Experton, dass ein Großteil der Infrastrukturen für
Kommunikationstechnologie in Unternehmen aus heterogenen
Insellösungen besteht. TK-Anlagen, Unified Communications-
Lösungen sowie CRM-/ERP- und Branchenapplikationen
werden parallel betrieben, so die Erkenntnis des
Softwareherstellers ESTOS und seines Technologiepartners
Aastra.
Auf der CRM-expo, die vom 12. bis 13. Oktober stattfindet,
wollen beide Firmen demonstrieren (Stand D70, Halle 12), wie
ein integriertes Konzept zu einer deutlichen Prozessoptimierung
führt. Das gelinge, wenn die Integration der unterschiedlichen
Systeme dazu führt, dass die im Unternehmen vorhandenen
Informationen für die Kommunikation aufbereitet und
bereitgestellt werden. Die entsprechenden Daten könnten
beispielsweise aus dem CRM-System stammen. Nach Ansicht
des Marketingexperten Harald Henn werden die Unternehmen
ihre Investitionen für analytisches CRM, Datamining und
Kampagnenmanagement deutlich erhöhen. „Ein aufgepumptes
Outlook reicht schon lange nicht mehr aus. Systeme, die den
neuen Anforderungen des Marktes gerecht werden, sind
vorhanden. Sie sollten jetzt auch eingesetzt werden“, resümiert
Henn.
Â
Die CRM-expo findet in diesem Jahr im Doppelpack mit den
Voice Days plus statt. Dabei wird die CRM-expo erneut in Halle
12 der NürnbergMesse stattfinden, während sich die VOICE
Days plus im CCN-West einrichten. Das CCN-West ist direkt an
die Halle 12 angebunden, Besucher können also auf sehr
kurzen Wegen beide Veranstaltungen besuchen. „Insbesondere
für die Besucher bietet die Konzentration beider Messen auf
einen Termin viele Mehrwerte. Schließlich ist das Thema beider
Messen die Frage, mit welchen Strategien, Techniken und
Lösungen wir den Kunden begeistern, gewinnen und binden
und wie wir die Kommunikation zu ihm gestalten können“,
erläutert Leander Krummrich, Projektverantwortlicher der Voice
Days plus für die NürnbergMesse.Â
von Gunnar Sohn