BEDBURG/BERGHEIM – Beim chinesischen Baumaschinen-Hersteller Sany im Bedburger Industriepark Mühlenerft hat die Produktion begonnen. Montag wurde der Standort, der künftig als Europazentrum dienen wird, feierlich eröffnet. Wie Daniel He, Geschäftsführer der Sany Germany GmbH, erklärte, habe sein Unternehmen jetzt bereits 150 Mitarbeiter eingestellt. Bis zum Jahresende sollen es 200, bis 2015 600 Jobs sein, die geschaffen werden. Die Mitarbeiter werden hauptsächlich Betonpumpen und Betonfahrmischer produzieren. Für diese Herausforderung bediente man sich dem Headhunter Uwe Zirbes, Gründer von hunting heads International, der mit seinem Team inzwischen die führenden Köpfe des Management wie auch der Entwicklungsabteilungen gesucht hat.
Über 180 Personalberatungsgesellschaften hatte man zunächst für diese Aufgabe beauftragt. Inzwischen konnte sich jedoch das weltweit agierende Headhunter Unternehmen hunting heads International mit seiner an den Tag gelegenen Professionalität, Qualität und vor allem seiner Schnelligkeit, durchsetzen und bedient den Weltkonzern SANY nahezu alleine.
„Die Qualität ist erstklassig“
Besonders die zahlreich angereisten chinesischen Journalisten wollten wissen, warum sich einer der größten Baumaschinen-Hersteller weltweit ausgerechnet Deutschland und dort die Region um Köln als Standort ausgesucht hat. „Die Kosten sind in Deutschland zwar hoch, dafür ist die Qualität aber auch erstklassig“, erklärte Unternehmensgründer Wengen Liang. „Außerdem können wir den europäischen Markt zielgenauer bedienen, wenn wir in Europa produzieren.“
Neben dem europäischen soll besonders der nordafrikanische Markt von Bedburg aus erreicht werden. Wenn die Produktion in einigen Jahren auf Hochtouren laufen wird, sollen am Standort Mühlenerft Jahr für Jahr bis zu 1870 teils riesige Baumaschinen hergestellt werden. Liang –er ist einer der reichsten Männer im Reich der Mitte – strebt in Bedburg ab 2015 einen Umsatz von einer Milliarde Euro an. Doch es ging gestern nicht allein um Zahlen. Im riesigen Festzelt konnten sich die über 400 Gäste an einem bunten Programm erfreuen. Betont wurde gestern mehrfach, dass Sanys Engagement in Bedburg die größte chinesische Privatinvestition in Deutschland ist. Und Liang ließ keinen Zweifel daran, dass sich diese Investition auch lohnen wird. „Wir wollen rasch das Image chinesischer Produkte verbessern“, betonte er. Und dies könne am Standort Bedburg – unweit solch renommierter Universitäten wie Köln und Aachen, dazu ausgestattet mit einer „hervorragendenden Infrastruktur“, durchaus gelingen.
Freude über Imagegewinn
Die Bürgermeister Maria Pfordt (Bergheim) und Gunnar Koerdt (Bedburg) – beide Städte vermarkten den Industriepark Mühlenerft gemeinsam – freuen sich über den immensen Imagegewinn für ihre beiden Kommunen. Auch der nordrhein-westfälischen Wirtschaftsminister Harry Voigtsberger lobte Sany für die „gute Standortwahl“. Schließlich haben sich die Chinesen in den vergangenen Jahren mehr als 100 Standorte in ganz Europa angeschaut.
Liang kündigte an, auch mittels des neuen Bedburger Standortes von einem der führenden zum führenden Baumaschinen-Hersteller weltweit werden zu wollen. Deshalb werde sein Unternehmen neben dem ersten einen zweiten und dann wahrscheinlich noch dritten Bauabschnitt mit weiteren Investitionen an der Mühlenerft folgen lassen. Liang: „Wenn wir in Deutschland Erfolg haben, werden uns weitere chinesische Unternehmen folgen, um in Deutschland zu investieren.“