Die chemische Industrie in Baden-Württemberg
hat die Talsohle der Krise durchschritten: Im ersten Halbjahr 2010
wuchs der Umsatz der Branche um 5,6 Prozent auf insgesamt 6,8
Milliarden Euro. Die schwere Krise mit Umsatzeinbußen von fast zehn
Prozent gehört damit erst einmal der Vergangenheit an, teilten die
Chemie-Verbände Baden-Württemberg heute mit.
Gegenüber den ersten sechs Monaten des Vorjahres wuchsen die
Inlandsumsätze um 8,7 Prozent, die Auslandsumsätze um 3,5 Prozent.
Baden-Württembergs Chemie wächst damit deutlich langsamer als die
Chemie im Bund (Zuwachs 16 Prozent, davon Ausland plus 18 Prozent,
Inlandsumsätze plus 13 Prozent), was insbesondere an der Entwicklung
im Bereich Pharma liegt. Auch das verarbeitende Gewerbe im Land wuchs
mit 15,4 Prozent deutlich stärker.
Die Pharmaindustrie (Anteil 37 Prozent an der Gesamtbranche)
musste in Baden-Württemberg ein Umsatzminus von 3,5 Prozent auf 3,7
Milliarden Euro verbuchen. Dies ist vor allem auf deutlich sinkende
Auslandsumsätze (- 4,5 Prozent) zurückzuführen. Die Beschäftigung bei
den Arzneimittelherstellern ist mit einem Zuwachs von 0.1 Prozent
leicht positiv.
Bei den Farben- und Lackherstellern (Branchenanteil 11 Prozent)
macht sich das Anziehen der Konjunktur auf dem Bau und bei den
Fahrzeugherstellern bemerkbar mit einem Umsatzplus von 11,1 Prozent,
davon 14,2 Prozent im Ausland und 9,7 Prozent im Inland.
Insgesamt beschäftigten die baden-württembergischen
Chemie-Unternehmen im ersten Halbjahr 2,7 Prozent weniger Mitarbeiter
als noch ein Jahr zuvor. Der Beschäftigungsabbau hält an. Er ist
allerdings deutlich geringer als im gesamten Verarbeitenden Gewerbe
im Land (- 4,6 Prozent).
Das Wachstum im zweiten Halbjahr wird sich voraussichtlich
deutlich abschwächen. Insgesamt wird ein Umsatzplus von unter fünf
Prozent erwartet. Dies hängt einerseits mit dem Auslaufen von
Konjunkturprogrammen im In- und Ausland zusammen, andererseits auch
mit der Konsolidierung der Staatsfinanzen in der Europäischen Union.
Gesetzesvorhaben wie das geplante Sparpaket der Bundesregierung
mit der Erhöhung der Energiesteuer und die Gesundheitsreform können
zu einer weiteren Verlangsamung der Konjunkturerholung führen. Ein
Vorkrisen-Niveau beim Chemie-Umsatz ist daher nicht vor Ende
kommenden Jahres zu erwarten.
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Andreas C. A. Fehler
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