Die Führungskräfte der chemischen Industrie gehen
deutlich später in den Ruhestand als noch vor einigen Jahren.
Gleichzeitig sinkt der Anteil der Ruhestandsbezüge im Vergleich zu
ihrem letzten Arbeitseinkommen. Das zeigt eine Umfrage des Verbandes
VAA Führungskräfte Chemie zur Altersversorgung unter rund 2.700
Pensionären.
Das durchschnittliche Pensionierungsalter der
Chemie-Führungskräfte ist von 61,5 Jahren im Jahr 2002 auf 63 Jahre
im Jahr 2008 angestiegen. Der Beginn des Ruhestands hat sich bei
dieser Berufsgruppe somit noch schneller nach hinten verschoben als
das allgemeine faktische Renteneintrittsalter, das im gleichen
Zeitraum von 62 auf 63 Jahre angestiegen ist. Der Versorgungsgrad,
der das Verhältnis der Ruhestandbezüge zum letzten Arbeitseinkommen
abbildet, ist hingegen weiter gesunken. Im Jahr 1999 lag der
durchschnittliche Bruttoversorgungsgrad bei den pensionierten
Führungskräften in der Chemie noch bei rund 45 Prozent. 2009 waren es
unter 40 Prozent. Im Tarifbereich werden im Durchschnitt
Versorgungsgrade von über 50 Prozent erreicht.
Ein wesentlicher Grund für den sinkenden Versorgungsgrad ist aus
Sicht des VAA die Abkehr vieler Unternehmen von endgehaltsbezogener
betrieblicher Altersversorgung und die Umstellung von berechenbaren
Leistungszusagen zu rein beitragsorientierten Systemen. Damit werden
finanzielle Risiken durch längere Lebenserwartung oder schwankende
Kapitalmarktzinsen zunehmend von den Arbeitnehmern getragen.
Gleichzeitig steigt der Anteil, den die Führungskräfte selbst durch
Maßnahmen wie Entgeltumwandlung an der Finanzierung ihrer
Ruhebestandbezüge leisten. Dr. Thomas Fischer, 1. Vorsitzender des
VAA: „Das ermittelte durchschnittliche Versorgungsniveau können
Führungskräfte nur erreichen, wenn sie sich mit erheblichen Teilen
ihres Einkommens am Aufbau der betrieblichen Altersversorgung
beteiligen. Der erforderliche Eigenanteil ist in den letzten Jahren
stetig gewachsen.“
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