Eine steigende Zahl von Hilfsbedürftigen sowie
eine wachsende Gefährdung der Helfer verzeichnet Caritas
international, das Hilfswerk des Deutschen Caritasverbandes. „Nie
zuvor waren die Herausforderungen, vor denen die humanitären Helfer
stehen, so groß wie in diesen Monaten“, sagte der Präsident des
Deutschen Caritasverbandes, Prälat Peter Neher, anlässlich der
Vorstellung des Jahresberichtes von Caritas international. Die Zahl
der notleidenden Menschen hat sich in den vergangenen zehn Jahren
verdoppelt, die Zahl der entführten, verletzten und getöteten Helfer
verdreifacht. Ursache ist aus Sicht von Caritas international der
Anstieg der innerstaatlichen Konflikte und der damit einhergehende
schwindende Respekt für die humanitären Prinzipien. „Die Brutalität
der Kämpfe sowie die Gewalt gegenüber Zivilbevölkerung und Helfern
haben deutlich zugenommen“, so Neher.
Im Südsudan befürchtet Caritas international für Teile des Landes
eine Hungersnot. „Der Krieg verschärft die strukturelle Armut und
chronische Mangelernährung dramatisch“, warnt Oliver Müller, Leiter
von Caritas international. Ohne schnelles Eingreifen, sei das Leben
zehntausender Menschen akut gefährdet. „Der Krieg muss gestoppt und
die Hilfe ausgeweitet werden“, fordert Müller. Er kündigte an, die
Caritas-Hilfe, die in dem Bürgerkriegsland derzeit 50.000 Menschen
erreicht, weiter aufzustocken.
Nach der Eskalation der Gewalt im Irak wird Caritas international
mit seinen irakischen Partnern im Norden des Landes 10.000 Menschen
mit dem Lebensnotwendigsten versorgen. Besorgt ist das Hilfswerk des
Deutschen Caritasverbandes über Berichte von Hinrichtungen, Folter
und Übergriffen gegen die Zivilbevölkerung. Christen sehen sich
bereits seit Jahren gezielten Angriffen ausgesetzt. Caritas
international sieht die Lösung des Konfliktes jedoch nicht in einem
militärischen Eingreifen: „Irak braucht eine Regierung der nationalen
Einheit und eine Zusammenarbeit aller politischen und religiösen
Kräfte, aber sicher keine Ausweitung der Kämpfe“, so Oliver Müller.
Im Jahr 2013 wurden Caritas international 82,6 Millionen Euro
anvertraut. Gefördert wurden 701 Hilfsprojekte in 81 Ländern. 42,8
Millionen Euro der Gesamtsumme stammen von Spendern, 35,6 Millionen
Euro von öffentlichen und kirchlichen Geldgebern. Das sind bei den
Spenden rund 28 Millionen Euro mehr als im Vorjahr. Der Anstieg ist
vor allem auf die große Solidarität der Spender mit den Opfern des
Taifuns auf den Philippinen sowie den Betroffenen des Hochwassers in
Deutschland und Osteuropa zurückzuführen. An öffentli-chen Zuschüssen
und Kirchensteuermitteln standen 6,8 Millionen Euro mehr als im
Vorjahr zur Verfügung. Die Verwaltungskosten lagen im Jahr 2013 bei
7,8 Prozent.
Caritas international ist das Hilfswerk der deutschen Caritas und
gehört zum weltweiten Netzwerk der Caritas mit 165 nationalen
Mitgliedsverbänden.
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