Jeder achte Bus fiel in Deutschland bei der
Hauptuntersuchung mit erheblichen Mängeln auf. Über die Hälfte der
geprüften Fahrzeuge kam ohne Beanstandung durch den TÜV.
Verkehrsunsichere Busse waren Einzelfälle. So lauten wichtige
Ergebnisse des TÃœV Bus-Report 2010/11, den der VdTÃœV heute der
Öffentlichkeit vorstellte. Der TÜV Bus-Report 2010/11 steht neben
weiteren Informationen ab sofort im Internet unter www.vdtuev.de zum
Download bereit.
Auffällig ist der Anstieg der Quote der Fahrzeuge mit erheblichen
Mängeln mit zunehmendem Fahrzeugalter. Im Durchschnitt lag sie bei
einjährigen Fahrzeugen bei 3,8 Prozent. Nach fünf Jahren betrug sie
9,7 Prozent, nach zehn Jahren 13,9 Prozent. Bei zwanzigjährigen
Bussen stellten die TÃœV-Experten eine Quote von 23 Prozent
erheblicher Mängel fest. Der Durchschnitt über alle Altersgruppen lag
bei 12,4 Prozent. Ausschließlich geringe Mängel wurden an 31,6
Prozent der geprüften Busse festgestellt, mängelfrei waren 55,8
Prozent.
Die häufigsten Mängel fanden die TÜV-Ingenieure an der Vorder- und
Hinterachse (5,2 Prozent) an Motor und Antrieb (4,9 Prozent) und
Korrosion an tragenden Teilen (4,9 Prozent). Die Bremswirkung war bei
3,9 Prozent aller Busse eingeschränkt, bei 2,8 Prozent stellte der
TÜV ein zu großes Lenkungsspiel fest. Besonders häufig stellte der
TÜV Mängel an der Beleuchtung fest. Über alle Altersgruppen waren im
Durchschnitt 18,6 Prozent der geprüften Busse betroffen.
Datenbasis Hauptuntersuchung
Wegen der hohen Anforderungen an die Sicherheit der Fahrgäste, ist
für Fahrzeuge zur Personenbeförderungen ab acht Sitzplätzen die
Hauptuntersuchung im jährlichen Rhythmus vorgeschrieben. Für den TÜV
Bus-Report werteten die Experten rund 50.000 Hauptuntersuchungen von
Reise- und Linienbussen aus. Die Erhebung dieser Datenbasis ist
neutral und objektiv, sie stützt sich auf den amtlichen Prüfkatalog
der Hauptuntersuchung, in der vom Gesetzgeber über 130 einzelne
Prüfpunkte vorgeschrieben sind.
Sicherheit für jährlich 5,5 Milliarden Passagiere
„Rein statistisch ist der Bus eines der sichersten Verkehrsmittel
überhaupt“, betont Dr. Klaus Brüggemann, Geschäftsführendes
Präsidiumsmitglied des Verbandes der TÜV e.V. Dennoch wurden im
Rahmen der Hauptuntersuchung bei jedem achten Bus erhebliche
technische Mängel festgestellt. „Da Busse in Deutschland jährlich
5,5 Milliarden Passagiere befördern, muss die Sicherheit an erster
Stelle stehen“, so Dr. Brüggemann, „Jeder Bus, der mit technischen
Mängeln am Straßenverkehr teilnimmt, ist einer zu viel“. Erfreulich
ist aber, dass die Quote der Busse, die als verkehrsunsicher
stillgelegt werden müssen, äußerst gering ist.
Wartung ernst nehmen
Der TÃœV empfiehlt den Busunternehmen, auf die Wartung der
Fahrzeuge besonders zu achten. Vor jeder Fahrt sollte der
vorgeschriebene Sicherheitscheck durch den Fahrer selbstverständlich
sein. „Gerade die Mängel an den Beleuchtungsanlagen und
Sicherheitseinrichtungen sind oftmals mit einfachsten Mitteln
festzustellen und zu beheben“ bemerkt Dr. Brüggemann. Da ältere Busse
durch Verschleiß auffallen, sollten sie besonders sorgfältig gewartet
werden. Doch nicht nur in die technische Sicherheit ihres Fuhrparks
sollten Busunternehmen investieren. „Entscheidend sind auch ein
funktionierendes Qualitätsmanagement und eine optimale Qualifikation
der Busfahrer“, erläutert Dr. Brüggemann. „So ist es gerade bei
längeren Strecken absolut sicherheitsrelevant, ob die gesetzlichen
Lenk- und Ruhezeiten eingehalten werden.“
Auch die Verbraucher können einen erheblichen Beitrag zur
Sicherheit von Bussen leisten. „Wer bei der Planung einer Busreise,
etwa für eine Klassenfahrt, stets auf dem billigsten Angebot besteht,
spart am Ende an der Sicherheit“, so Dr. Brüggemann. Tipps rund um
den Bus für Busunternehmen und Verbraucher finden Sie auf der
Internetseite des VdTÃœV ( www.vdtuev.de ).
Pressekontakt:
Johannes Näumann (Pressesprecher),
030/760095320,
johannes.naeumann@vdtuev.de