Am 15.03.2011 referierte Ulrich-Nicolaus Kranz, Member of the Board der Kiekert AG, im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Business Insights“ von Prof. Dr. Ronny A. Fürst an der European Management School. In seinem Vortrag „Die Management-Funktion des CRO bei Unternehmenssanierungen“ stellte Herr Kranz u. a. Strategien und Erfolgsfaktoren für eine Restrukturierung vor.
Als Vorreiter in der Entwicklung und Produktion von Seitentürschlössern für die Automobilindustrie, hat sich Kiekert als einziges Unternehmen weltweit auf dieses Segment spezialisiert. Sie haben beispielsweise die Zentralverriegelung erfunden.
Auf der Grundlage eigener Erfahrungen mit der Kiekert AG, hob Herr Kranz schließlich die wichtigsten Faktoren einer Restrukturierung eines Automobilzulieferers hervor: Bei einer Unternehmensrestrukturierung sollte man immer das ganze Unternehmen im Auge behalten und die drei Segmente der strategischen, operativen und finanziellen Planung betrachten. Zu der strategischen Planung zählen Faktoren wie die allgemeine Überprüfung des Geschäftssystems und der Austausch mit dem Management über gegebene Umstände und mögliche Veränderungen. Zunächst muss ein Leitbild des restrukturierten Unternehmens erstellt werden, um einen generellen Erfolg zu gewährleisten. Aus der operativen Sicht versucht man wiederum die Produktivität, die Innovationskraft oder die Erlösqualität zu steigern, indem man zum einen die Logistik optimiert und den Fokus auf neue Produkte legt. Des Weiteren sollen die Verantwortlichen der Finanzen Liquidität sicherstellen und die bis zu dem Zeitpunkt erreichte Verschuldung bestmöglich abbauen. Dies ist häufig nur durch (oft teures) Spezial-Know-how möglich.
Planung, Konsequenz und Innovationen vermeiden jedoch aufgrund wesentlicher Restrukturierungsbarrieren häufig nicht, dass die Sanierung zu einem Exit (Veräußerung) des Unternehmens führt. Aus diesem Grund sollten Unternehmen schon während der Restrukturierungsphase eine Exitvorbereitung treffen, wobei es sinnvoll ist, das Management mit den Shareholdern eng zu verzahnen. Dadurch kann das Unternehmen einen Weg zu neuen Partnern und möglichen Investoren offenlegen.
„Nur ein verzahntes Team kann den Erfolg gewährleisten“. Herr Kranz verdeutlichte somit wie wichtig ein funktionierendes Management inkl. CRO bei der Sanierung eines Unternehmens ist. Dieses müsse die Verlustursachen identifizieren, eine offene Kommunikation mit den Stakeholdern führen und schnell wichtige Entscheidungen treffen können.
Erfolgsfaktoren können weiterhin die Gesellschafter wie auch die Geschäftsführung darstellen. Die Gesellschafter sollten proaktiv bei den Kunden und Lieferanten aber auch bei den Mitarbeitern präsentiert werden, wohingegen eine funktionierende Geschäftsführung als Leitfigur dient. Wichtig ist zudem eine offene Kommunikation auf der Basis der Mitarbeiter, das Gerüchte vermeiden kann.
Zu guter Letzt gab er den anwesenden Studenten mit auf den Weg, die Möglichkeit von Praktika zu nutzen und das Studium international und praxisnah zu gestalten. Dieses erleichtere den Einstieg in die Berufswelt enorm, betonte Herr Kranz und beendete damit seinen spannenden Vortrag an der EMS.