Bundesgerichtshof (BGH) entscheidet, wer sich in Deutschland „Wirtschaftspsychologe“ nennen darf

Bundesgerichtshof (BGH) entscheidet, wer sich in Deutschland „Wirtschaftspsychologe“ nennen darf
Jack Nasher
 

Der BGH gab damit der Auffassung von Professor Dr. Jack Nasher Recht, der den Prozess stellvertretend für Studenten und Absolventen führte. Der Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) hatte den Absolventen staatlich akkreditierter Wirtschaftspsychologie-Studiengänge die Berufsbezeichnung jahrelang untersagt.
Für Michael Ziegelmayer, Vizepräsident des BDP, wendet sich der BGH damit gegen den Verbraucherschutz, da man sich nun nicht mehr „auf die unterstellte Kompetenz eines Berufstitels verlassen“ könne.
Nach BDP Auffassung dürfe sich jeder Diplom-Psychologe, auch ohne jegliche wirt-schaftswissenschaftliche Ausbildung, als „Wirtschaftspsychologe“ bezeichnen, nicht aber die Absolventen anderer Psychologiestudiengänge, wie etwa wirtschaftspsychologischer Bachelor- oder Masterstudiengänge. „Ein Unding“ findet Nasher, „sich als Lobby deutscher Diplompsychologen auf dem Rücken von Berufsanfängern zu profilieren.“ Denn ein Wirtschaftspsychologe sei gerade kein „allgemeiner“ Psychologe, sondern ein besonders spezialisierter, so wie auch ein Wirtschaftsingenieur kein gewöhnlicher „Ingenieur“ und ein Wirtschaftsjurist kein genereller „Jurist“ sei.
Der bayerische Hochschulprofessor absolvierte das Psychologiestudium als Haupt-fachstudium mit einem Magister Artium und erlangte dann einen wirtschaftswissenschaftlichen Master an der Universität Oxford. Der Verhandlungsberater ist Autor mehrerer Spiegel-Bestseller zu wirtschaftspsychologischen Themen, die rund um den Globus erschienen.
„Gerne hätte ich mit dem BDP kooperiert und Wege eruiert, die deutsche Wirt-schaftspsychologie international relevant zu machen.“, so Nasher. „Mein Gesprächsangebot aber wurde ignoriert. Stattdessen wurde ein teurer und sinnloser Prozess geführt.“ Nasher, zurzeit Fakultätsmitglied der Stanford University, bringt sich nun in der internationalen Association for Business Psychology ein.
Als Nasher sich öffentlich zu den Abmahnungen des BDP äußerte, wurde er selbst zur Zielscheibe: „Von abstrusen Anschwärzungen bei Behörden und Klienten bis hin zur Durchforstung meiner Doktorarbeit. Aber ich habe Konfrontation nie gescheut.“
Wer Wirtschaft mit Psychologie studiert hat, darf sich Wirtschaftspsychologe nennen.