Brisantes Gutachten: Hälfte der Krankenkassen droht Insolvenz

Brisantes Gutachten: Hälfte der Krankenkassen droht Insolvenz

Hamburg / Wentorf, 5. Oktober 2011 – Nach einem bisher unter Verschluss gehaltenen Gutachten des wissenschaftlichen Beirats des Bundesversicherungsamtes befinden sich die gesetzlichen Krankenkassen in einer weitaus dramatischeren Lage, als es der Öffentlichkeit bisher bekannt war: Knapp die Hälfte aller Krankenkassen befinden sich demnach in konkreter Insolvenzgefahr. Die Zuweisungen durch den Gesundheitsfonds reichen demzufolge nicht aus, um die Ausgaben der Krankenkassen kurz- und mittelfristig zu decken.

Das aktuelle Gutachten deckt die Mängel im System der gesetzlichen Krankenkassen schonungslos auf. „Es ist ein Schlag ins Gesicht der gesetzlich Krankenversicherten. Wer kann sich jetzt noch wirklich sicher fühlen, seine Gesundheit in vertrauenswürdige Hände gelegt zu haben?“ fragt Jan Schust, Vorstand von TARIFCHECK24, eines der führenden unabhängigen Versicherungs- und Finanzportale mit mehr als 25 Millionen Nutzern im Jahr (www.tarifcheck24.com).

Die bisherigen Reformbemühungen zur Stabilisierung der Krankenkassen und zur Deckelung der Beiträge haben offenbar versagt. Deshalb sollten die Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung unbedingt prüfen, ob für sie ein Wechsel zu einer privaten Krankenkasse infrage kommt, rät Versicherungsexperte Schust.

Nach Berichten des Handelsblatts ist das Gutachten für ganze vier Monate unter Verschluss gehalten worden. Über die Gründe, warum Gesundheitsminister Daniel Bahr das Gutachten so lange nicht veröffentlichen ließ, kann derzeit nur spekuliert werden. In Auftrag gegeben wurde die Untersuchung, die nun das marode System der gesetzlichen Krankenkassen dokumentiert, noch von Bahrs Vorgänger, Philipp Rösler.

Die Befunde des Gutachtens dürften nicht nur für Verunsicherung der gesetzlich Krankenversicherten, sondern auch für politischen Zündstoff sorgen. Denn der Finanzausgleich zwischen den Krankenkassen weist trotz erheblicher Reformbemühungen noch immer erhebliche Schwächen auf. Die Deckungsquote der Gesellschaften variiert laut Gutachten zwischen 90,6 und 124,8 Prozent. Einige Krankenkassen bekommen demnach gut ein Viertel mehr Geld überwiesen, als sie zur Ausgabendeckung benötigen, während fast die Hälfte der Krankenkassen deutlich weniger Geld einnehmen, als sie ausgeben – auf kurz oder lang droht ihnen also die Pleite.

Bald Einheitskasse? Unzureichender Wettbewerb im gesetzlichen Versicherungssystem

Ursächlich für die Unterfinanzierung im gesetzlichen Krankenkassensystem sind die Fehlentwicklungen bei dem 2009 eingeführten Einheitsbeitrag und dem damit verbundenen Gesundheitsfonds. Mit der Einführung sollte der Theorie nach ein fairer Wettbewerb unter den Kassen geschaffen werden. Die Krankenkassen erhalten seitdem vom Gesundheitsfonds pro Kassenmitglied eine festgesetzte Pauschale, die um Zuschläge nach Alter, Geschlecht und Krankheiten ergänzt wird.

Kritiker haben schon früh gewarnt, dass der Wettbewerb zwischen den Kassen durch den Einheitsbeitrag nicht gestärkt wird. Nach Bekanntwerden des Gutachtens wurde erneut scharfe Kritik am gegenwärtigen System geübt; Experten warnen davor, dass der Gesundheitsfonds im Ergebnis zu einer Einheitskasse führt.

„Mangelnder Wettbewerb verfestigt ineffiziente Strukturen. Dies führt im Zusammenspiel mit der chronischen Unterfinanzierung vieler Kassen nahezu zwangsläufig zu weiteren Leistungsreduzierungen im gesetzlichen Versicherungssystem. Wer dem maroden System der gesetzlichen Krankenkassen den Rücken kehren möchte, sollte den Wechsel zu einer privaten Krankenversicherung prüfen“, sagt Versicherungsprofi Jan Schust. Wichtig ist dabei, dass Verbraucher sich vor dem Wechsel in das private Krankenversicherungssystem intensiv mit dem Thema private Krankenversicherungen auseinandersetzen. Auf www.tarifcheck24.com/private-krankenversicherung/vergleich/ können sich Wechselwillige kostenlos über die private Krankenversicherung informieren und die Versicherungsangebote von unterschiedlichen Versicherungsanbietern unverbindlich vergleichen.

Deutlich erleichterter Wechsel der Krankenkasse und von gesetzlich zu privat

Zum Jahresbeginn 2011 hat die Politik die Hürden für den Wechsel der Krankenkasse deutlich gesenkt. Versicherungsnehmer können wesentlich leichter von Krankenkasse zu Krankenkasse wechseln. Profitieren können von der Erleichterung sowohl Wechselwillige, die sich innerhalb des gesetzlichen Krankenversicherungssystems durch die Wahl einer anderen Krankenversicherung verbessern wollen, als auch gesetzlich Versicherte, die in das private Versicherungssystem wechseln möchten.

Vor der am 1. Januar 2011 in Kraft getretenen Reform stand das private Krankenkassensystem nur Menschen offen, die drei Mal in Folge ein Bruttojahreseinkommen von mehr als 49.950 Euro nachweisen konnten. Diese sogenannte Versicherungspflichtgrenze muss dank der Wechsel-Erleichterung nur noch ein Mal überschritten werden. Außerdem wurde die Grenze um 450 Euro gesenkt; es reicht also mittlerweile ein einmaliges Jahreseinkommen von 49.500 Euro, um der gesetzlichen Krankenversicherung den Rücken kehren zu können.

„Viele Verbraucher vergleichen und wechseln aktuell zu einer privaten Krankenversicherung, weil sie ausgedünnte Leistungskataloge der gesetzlichen Krankenversicherungen und die Unsicherheit über eine mögliche Insolvenz der eigenen Krankenkasse nicht mehr akzeptieren“, fasst Jan Schust das signifikant veränderte Nutzerverhalten auf dem Verbraucherportal www.tarifcheck24.com zusammen.

Aufgrund der hohen Leistungs- und Beitragsunterschiede innerhalb des privaten Krankenversicherungssystems empfiehlt sich aber eine intensive Auseinandersetzung mit den unterschiedlichen Tarifen der Versicherungsanbieter. Komfortabel lassen sich die Angebote der privaten Krankenversicherung im Internet vergleichen, kostenlos und unverbindlich auf www.tarifcheck24.com/private-krankenversicherung/vergleich/.

Weitere Informationen unter:
http://www.eyecansee.de