Ein Ingenieur mit Imbißbude, eine Zahnärztin verkauft Zeitungen – extreme Fälle, aber dennoch keine Seltenheit in Europa. Denn Menschen mit Migrations-hintergrund haben es häufig nicht nur schwerer, eine Arbeit zu finden, sondern auch damit, im Aufnahmeland einer ihren Befähigungen angemessenen Be-schäftigung nachzugehen. Laut einer Untersuchung der Europäischen Statistik-behörde Eurostat ist jeder dritte Arbeitnehmer mit ausländischen Wurzeln in Europa überqualifiziert für seinen Job.
Wenn Neuankömmlinge trotz Studiums oder Fachausbildung z.B. auf dem Bau, als Küchenhilfe oder in einer Schlachterei arbeiten oder alteingesessene Ausländer dies immer noch tun, da ihnen die Anerkennung ihrer Quali-fikationszertifikate verweigert wird, so stellt dies auch einen vermeidbaren Verlust für den euro-päischen Arbeitsmarkt dar, der bei der Häufigkeit des Phänomens spürbare Konsequenzen für die europäische Wirtschaft hat. Diesen „brain waste“ beklagen inzwischen nicht nur Betroffene selbst, sondern auch die Europäische Kommission, die Beschäftigungspolitik als zen-tralen Bestandteil einer erfolgreichen Integrationspolitik bezeichnet und dabei auch besonders die ungenutzten Potentiale erwähnt, die sich wohl auf den Arbeits-märkten befinden, dort jedoch nicht zum tragen kommen.
Doch die Ansätze der Kommission und der Mitgliedstaaten zielen nicht auf die Vermeidung von „brain waste“ ab, sondern in erster Linie auf „brain gain“ – die Anwerbung hochqualifizierter Fachkräfte aus dem Ausland. Inzwischen wetteifern EU-Länder, im Wettlauf um Ärzte, Wissenschaftler, IT-Spezialisten, Ingenieure und andere Gruppen Hochquali-fizierter die Nase vorn zu haben und eine neue EU-Gesetzgebung garantiert nun durch ein einheitliches Antragsverfahren eine schnellere Abwicklung der mit der Einwanderung verbundenen Formalitäten und erweiterte Rechte für die hochqualifizierten Zuwanderer. Die Anerkennung von Berufsqualifikationen bleibt für die meisten anderen Einwanderer hingegen problematisch.
Der „Europäische Informationsbrief Bildung & Beschäftigung“ informiert außerdem über neue Antragsmöglichkeiten bei EU-Förderprogrammen und Ausschreibungen in den Bereichen Bildung, Forschung, Kultur und Beschäftigung. Im Sonderteil „STAGE EUROPE aktuell“ werden zudem Praktikumsmöglichkeiten bei EU-Behörden, -Agenturen und -Auslandsvertretungen, z.B. bei den EU-Delegationen in Paris und Peking, aufgezeigt.
Weitere Themen sind die EU-Initiative gegen Jugendarbeitsloigkeit, europäische Vorschläge und Verhandlungen zu Berufsqualifikationen und zur Arbeitszeit, aktuelle Konsultationen sowie andere Neuigkeiten aus EU-Bildungs- und Arbeitsmarktpolitik. Darunter befinden sich auch neue Rechtsakte der EU nebst Urteilen des Gerichtshofs der Europäischen Union zum Daueraufenthaltsrecht, zum Urlaubsanspruch bei Krankschreibung u.a. Ein kostenloses Leseexemplar im PDF-Format kann über die Internetseite von Europa-Kontakt bestellt werden.
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