Bonn/Berlin, 6. September 2010 – Der Vorsitzende des
Bundestags-Innenausschusses Wolfgang Bosbach plädiert in der
Kontroverse um das Bundesbank-Vorstandsmitglied Thilo Sarrazin für
eine sachlichere Auseinandersetzung. Auf die Frage, ob er von
Bundespräsident Christian Wulff oder von Bundeskanzlerin Merkel
andere Reaktionen erwartet hätte, sagte Bosbach in der
PHOENIX-Sendung UNTER DEN LINDEN SPEZIAL (Ausstrahlung Montag, 6.
September 2010, 22.15 Uhr): „Ich hätte mir mehr Gelassenheit und auch
eine sachlichere Debatte gewünscht, in der man auch einmal über die
Sachfragen diskutiert und die Frage beantwortet, welche
Entscheidungen zu treffen sind, wenn der ganze Pulverdampf verzogen
ist.“
Zwar hätte sich Sarrazin teilweise „differenzierter“ ausdrücken
können. Und mit Blick auf seine Aussagen zur Humangenetik hätte er
sich „komplett vergaloppiert“. Man solle die Diskussion jedoch nicht
auf diese Aussagen reduzieren. „Warum sagen wir nicht, dass Herr
Sarrazin mit drastischen Worten den Finger in die Wunde legt, und wir
Politiker schauen dann, wo es Versäumnisse gab und wo wir Probleme
lösen können.“
Der Grünen-Abgeordnete Hans-Christian Ströbele hält die
umstrittenen Aussagen Sarrazins für „unerträglich“. Ein
Funktionsträger, der sich solche „Äußerungen, die völlig inakzeptabel
sind“, leiste, müsse „in den vorläufigen Ruhestand versetzt“ werden.
„Diese Äußerungen sind für ein Mitglied des Vorstandes der Bundesbank
so unerträglich, wie für einen Bundesdatenschutzbeauftragten oder
einen Bundesrichter“, so Ströbele bei UNTER DEN LINDEN SPEZIAL.
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